Brasilien
Bestes Ergebnis: Weltmeister, 22 Teilnahmen, 6. Platz in der Weltrangliste
Die fünfmaligen Weltmeister und Ikonen des Turniers brauchen keine große Vorstellung. Brasilien hat den Titel zwar seit 2002 nicht mehr gewonnen und reist mit für ihre Verhältnisse eher niedrigen Erwartungen in die USA, doch eine Weltmeisterschaft ohne die südamerikanischen Giganten wäre undenkbar. Neben dem Triumph 2002 in Japan wurde die Selecao auch 1958, 1962, 1970 und 1994 Weltmeister.
Das einzige Finale, das Brasilien verloren hat, war das Endspiel 1998 in Frankreich. Sollte Brasilien also am 19. Juli erneut im Finale stehen, stehen die Chancen nicht schlecht. Beeindruckend: Brasilien hat sich für jede einzelne Weltmeisterschaft der Geschichte qualifiziert.
Aktuell belegt Brasilien Platz sechs in der FIFA-Weltrangliste.
Weg ins Finale
Brasilien startete gut in die südamerikanische Qualifikation und gewann drei der ersten vier Spiele – allerdings gegen Gegner, die sie ohnehin schlagen sollten. Danach geriet die Qualifikation jedoch ins Stocken: Nur eines der nächsten fünf Spiele wurde gewonnen, darunter eine deutliche 1:4-Niederlage gegen den Erzrivalen Argentinien.
Nach dieser Niederlage gegen Argentinien und der Gefahr, die Qualifikation zu verpassen, zog der brasilianische Verband Ende März die Reißleine und trennte sich von Trainer Dorival Junio. Im Mai wurde dann der legendäre Carlo Ancelotti als Nachfolger verpflichtet.
Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig: Unter Ancelotti gewann Brasilien drei der letzten vier Qualifikationsspiele und sicherte sich so den notwendigen Platz unter den Top fünf für das Ticket in die USA.
Schlüsselspieler
Vinicius Junior entwickelt sich immer mehr zum Weltklassespieler, konnte aber im Nationalteam noch nicht glänzen. Unter seinem ehemaligen Real Madrid-Trainer Ancelotti – gelingt ihm diesen Sommer der Durchbruch?
Redaktionsmeinung
Brasilien wird von den Gegnern nicht mehr gefürchtet, und der 26-Mann-Kader wirkt im Vergleich zu den Star-Ensembles vergangener Turniere eher unspektakulär. In der Qualifikation tat sich Brasilien schwer mit dem Toreschießen, und der fünfte Platz, der gerade so zur Teilnahme reichte, ist weit entfernt von früheren Glanzzeiten. In den zentralen Positionen ist aber weiterhin viel Qualität vorhanden – und wenn Stars wie Raphinha und Vini Jr. endlich für ihr Land liefern, kann Brasilien weiter kommen, als viele erwarten.
Flashscore-Prognose
In Brasilien wird immer der Titel erwartet, aber wir glauben, dass die Medien dieses Mal auch mit dem Viertelfinale zufrieden wären – und genau dort sehen wir das Ende des Turniers für Brasilien. Das Halbfinale sollte zwar immer das Ziel sein, aber angesichts der Probleme in der Qualifikation und eines Kaders, der nicht mehr so stark ist wie früher, wäre das Viertelfinale ein akzeptables Ergebnis.
Spiele
13. Juni: Brazil v Morocco – New York New Jersey Stadium
19. Juni: Brazil v Haiti – Philadelphia Stadium
24. Juni: Scotland v Brazil – Miami Stadium
Marokko
Bestes Ergebnis: Halbfinale, sechs Teilnahmen, 8. Platz in der Weltrangliste
Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar war für Marokko historisch. Nach dem sensationellen Sieg gegen einen der Turnierfavoriten, Portugal, im Viertelfinale wurde Marokko als erstes afrikanisches Team Halbfinalist bei einer WM. Die Ausgabe 2026 ist Marokkos dritte WM-Teilnahme in Folge und die siebte insgesamt nach den Qualifikationen 1970, 1986, 1994, 1998, 2018 und 2022.
Marokko steht aktuell auf Platz acht der Weltrangliste.

Weg ins Finale
Im Gegensatz zu Brasilien verlief die Qualifikation für Marokko reibungslos: Nach dem Gruppensieg in der afrikanischen Qualifikation war Marokko das erste afrikanische Team, das sich das Ticket für die WM 2026 sicherte. Nach sechs Siegen in den ersten sechs Gruppenspielen folgte ein 5:0-Kantersieg gegen Niger am siebten Spieltag, der die Teilnahme endgültig klar machte. Am Ende standen acht Siege aus acht Spielen, 22 erzielte Tore und nur zwei Gegentreffer.
Überzeugender kann man sich kaum qualifizieren.
Schlüsselspieler
Nach seinem zweiten Champions-League-Triumph in Folge mit PSG reist Achraf Hakimi mit viel Selbstvertrauen zu seiner zweiten Weltmeisterschaft. Er ist sowohl offensiv als auch defensiv eine Schlüsselfigur für die „Atlas-Löwen“ und wird entscheidend sein, wenn Marokko erneut weit kommen will.
Redaktionsmeinung
Marokko hat alle Chancen, in den USA wieder ein sehr erfolgreiches Turnier zu spielen. Auch wenn der Titelgewinn beim Afrika-Cup Anfang des Jahres unter umstrittenen Umständen zustande kam, war es dennoch ein großartiges Turnier für die Atlas-Löwen. Wie schon vor vier Jahren in Katar überzeugte das Team durch Zusammenhalt, Teamgeist und Qualität – das macht Marokko auch diesen Sommer gefährlich.
Mit starken Spielern auf nahezu jeder Position und einer beeindruckenden Bilanz in Turnieren ist Marokko definitiv ein Team, auf das man achten sollte.
Flashscore-Prognose
Einige der großen Fußballnationen reisen deutlich stärker in die USA als noch vor vier Jahren, weshalb es für Marokko schwer wird, erneut so weit zu kommen. Leicht zu schlagen werden sie aber nicht sein.
Wir erwarten, dass für Marokko im Viertelfinale Schluss ist.
Spiele
13. Juni: Brazil v Morocco – New York New Jersey Stadium
19. Juni: Scotland v Morocco – Boston Stadium
24. Juni: Morocco v Haiti – Atlanta Stadium
Haiti
Bestes Ergebnis: Gruppenphase, eine Teilnahme, 83. Platz in der Weltrangliste
Haiti bereitet sich auf die erst zweite WM-Teilnahme der Geschichte vor – die einzige andere Qualifikation liegt bereits 52 Jahre zurück, 1974. Damals landete Haiti in einer Todesgruppe mit Italien, Argentinien und Polen. Wenig überraschend verlor Haiti alle drei Gruppenspiele und musste frühzeitig die Heimreise antreten. In der FIFA-Weltrangliste steht Haiti aktuell auf Platz 83.

Weg ins Finale
Nach dem Erreichen der dritten Qualifikationsrunde in Nord- und Mittelamerika startete Haiti schleppend in die letzte Runde: Die ersten beiden Spiele gegen Honduras und Costa Rica endeten jeweils Unentschieden. Danach gewann Haiti drei der letzten vier Spiele, einzig auswärts in Honduras gab es einen Rückschlag. Da Costa Rica und Honduras in den letzten Gruppenspielen Unentschieden spielten, reichte Haiti ein 2:0-Heimsieg gegen Nicaragua für das WM-Ticket.
Schlüsselspieler
In einer Mannschaft, der es an Weltklasse mangelt, ragt Wilson Isidor heraus. Er ist einer von zwei Premier-League-Spielern im Kader – neben Jeanricher Bellegrade von den abgestiegenen Wolves – und hat sich in dieser Saison bei Sunderland bewiesen. Im Nationalteam sucht er noch seinen Platz: Erst im März gab er nach seiner Entscheidung für Haiti sein Debüt. Immerhin traf er dabei gegen Island und zeigte damit sein Potenzial.
Redaktionsmeinung
Haiti kann unglaublich stolz sein, sich für diese WM qualifiziert zu haben – zumal sie eine schwierige Gruppe mit Costa Rica gewonnen haben, das zuvor dreimal in Folge bei der WM dabei war. Die Erwartungen in den USA sind niedrig, und in einer Gruppe mit dem fünfmaligen Weltmeister Brasilien und Afrikas bestem Team, Marokko, wartet eine riesige Herausforderung. Wenn Haiti in einem der drei Spiele nicht verliert und damit besser abschneidet als 1974, können sie mit dem Gefühl nach Hause fahren, ihr Potenzial ausgeschöpft zu haben.
Flashscore-Prognose
Haiti setzt seine Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis gegen Schottland, aber angesichts der Stärke der Schotten scheint das eher unwahrscheinlich. Unsere Prognose: Drei Niederlagen und Platz vier in der Gruppe. Die Entscheidung von Wilson Isidor, für Haiti zu spielen, könnte dennoch entscheidend sein – er gibt Haitis Hoffnungen auf ein Unentschieden gegen Schottland Auftrieb, nachdem er in seiner Premier-League-Debütsaison sechs Tore erzielt hat.
Spiele
13. Juni: Haiti v Scotland – Boston Stadium
19. Juni: Brazil v Haiti – Philadelphia Stadium
24. Juni: Morocco v Haiti – Atlanta Stadium
Schottland
Bestes Ergebnis: Gruppenphase, acht Teilnahmen, 43. Platz in der Weltrangliste
Schottland steht vor seiner ersten WM-Teilnahme seit 28 Jahren – das letzte Mal war 1998 in Frankreich. Insgesamt war Schottland achtmal bei einer WM dabei (1954, 1958, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990 und 1998), hat aber nie die Gruppenphase überstanden. Aktuell belegt Schottland Platz 43 in der Weltrangliste.

Weg ins Finale
Nach einem Unentschieden gegen die Gruppenfavoriten Dänemark zum Auftakt gewann Schottland die nächsten drei Spiele, ehe es am fünften Spieltag eine 2:3-Niederlage in Griechenland setzte.
Beeindruckend: Das blieb die einzige Niederlage in der Qualifikation. Schottland schlug im entscheidenden Gruppenspiel den Rivalen Dänemark im Hampden Park und sicherte sich so dramatisch das WM-Ticket – und beendete damit 28 Jahre Leidenszeit.
Schlüsselspieler
Scott dem Namen nach, Schotte durch und durch – Scott McTominay ist der Inbegriff des schottischen Nationalspielers. Als laufstarker Box-to-Box-Mittelfeldspieler blüht er unter Steve Clarke richtig auf. Sein Fallrückzieher gegen Dänemark in den Playoffs zeigte, wie wertvoll er für sein Team ist. Nach einer weiteren starken Saison in der Serie A ist er bereit, bei dieser WM noch einen Schritt nach vorne zu machen.
Redaktionsmeinung
Einerseits ist Schottland einfach glücklich, nach sechs verpassten Turnieren wieder bei einer WM dabei zu sein. Andererseits will man die Chance unbedingt nutzen, denn es war nie leichter, die Gruppenphase zu überstehen. Mit Spielern wie John McGinn und McTominay, die bei Aston Villa und Napoli tragende Rollen spielen, hat Schottland sogar so etwas wie eine goldene Generation.
Flashscore-Prognose
Schottland hätte ein sehr gutes Turnier gespielt, wenn erstmals die Gruppenphase überstanden wird – und wir glauben, dass das als eines der besten drittplatzierten Teams gelingt. Dafür müsste Haiti deutlich geschlagen werden und gegen Brasilien und Marokko nicht zu hoch verloren gehen. Es gibt gute Gründe, daran zu glauben.
Spiele
13. Juni: Haiti v Scotland – Boston Stadium
19. Juni: Scotland v Morocco – Boston Stadium
24. Juni: Scotland v Brazil – Miami Stadium
