Terminplan Vierschanzentournee 2025/26
Oberstdorf (GER)
Qualifikation am Sonntag, 28. Dezember (16:30 Uhr) / Wettbewerb am Montag, 29. Dezember (16:30 Uhr)
Garmisch-Partenkirchen (GER)
Qualifikation am Mittwoch, 31. Dezember (16:00 Uhr) / Wettbewerb am Donnerstag, 1. Januar (14:00 Uhr)
Innsbruck (AUT)
Qualifikation am Samstag, 3. Januar (13:30 Uhr) / Wettbewerb am Sonntag, 4. Januar (13:30 Uhr)
Bischofshofen (AUT)
Qualifikation am Montag, 5. Januar (16:30 Uhr) / Wettbewerb am Dienstag, 6. Januar (16:30 Uhr)
Warum ist die Vierschanzentournee so bedeutsam?
Die Vierschanzentournee wird seit 1953 jährlich ausgetragen und zählt neben den Olympischen Spielen sowie der Nordischen WM als großer Saisonhöhepunkt für alle Skisprung-Fans. Die Idee, innerhalb des Weltcups ein nationale Grenzen übergreifendes Turnier ins Leben zu rufen, war einzigartig. Schon zu Anfangszeiten strömten bis zu 20.000 Zuseher in die Stadien.

Bei der Tournee werden zahlreiche Traditionen gepflegt. Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen sind seit eh und je die vier Austragungsorte. Seit 1972/73 ist die Reihenfolge unverändert. Fans des Skisprungsports können sich die Termine gewohnheitsmäßig in den Kalender schreiben: am 29. Dezember Oberstdorf, am 1. Januar das Neujahrsspringen in Garmisch, am 3. oder 4. Januar jenes in Innsbruck, am 6. Januar das Dreikönigsspringen in Bischofshofen.
Alle vier Schanzen gelten als technisch anspruchsvoll. Nur die formstärksten und technisch vollendeten Athleten haben bei der Tournee echte Siegeschancen. Ein Hauch von Mythos umweht das Turnier. Über 100.000 Euro Preisgeld für den Sieger tragen ihren Teil zur Mythenbildung bei.
Was unterscheidet die Tournee vom Weltcup?
Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Vierschanzentournee wird innerhalb des Weltcups ausgetragen. Man könnte die vier Springen für ganz normale Weltcup-Events halten. Es werden Punkte für die Weltcup-Gesamtwertung verteilt, der Weltverband FIS ist auch während dem 29. Dezember und 6. Januar Schirmherr.
Aber: Es gibt einen zusätzlichen Modus. Die Wertungen aller vier Springen werden in einer gesondert berechneten Tabelle addiert. Jeder gesprungene Meter, jede Haltungsnote und auch Windfaktor und Gate machen innerhalb der Vierschanzentournee den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. Heißt: Nicht nur die Platzierung ist wichtig – sondern auch der Abstand zur Konkurrenz. Ein völlig verpatztes Springen - und der Tournee-Sieg liegt außer Reichweite. Konstanz ist entscheidend.
Zur Veranschaulichung ein kleines Beispiel. Die finnische Skisprung-Legende Janne Ahonen gewann 1998/99 die Vierschanzentournee, ohne bei einem einzigen Einzelspringen triumphiert zu haben. Ein fünfter Platz in Oberstdorf und drei zweite Plätze genügten, weil der Deutsche Martin Schmitt zwar die beiden Heimwettbewerbe gewann, in Innsbruck und Bischofshofen aber nur mehr auf den Plätzen 13 und 14 landete. So verlor Schmitt massig Punkte auf die Konkurrenz.

Ein weiterer Faktor erhöht die Spannung. Im ersten Durchgang jedes Springens treten die 50 qualifizierten Teilnehmer in einem K.o.-Modus gegeneinander an. Dabei trifft der Qualifikationsbeste auf den schlechtesten - der 2. auf den 49. und so weiter. Die Sieger dieser 25 Duelle sind ebenso für den zweiten Durchgang qualifiziert, wie fünf "Lucky Loser" – also die Verlierer mit der besten Punkteanzahl.
Wer sind die Top-Favoriten 2025/26?
Der Slowene Domen Prevc (26) ist im Weltcup aktuell das Maß aller Dinge. Fünf Siege feierte er im aktuellen Winter bereits, er führt die Gesamtwertung souverän an.
Auch mit dem wiedererstarkten Ryoyu Kobayashi (29) wird zu rechnen sein. Bereits dreimal gewann der Japaner bereits die Tournee – 2019 ist ihm sogar der Grand Slam gelungen, Kobayashi hat damals sämtliche vier Wettbewerbe für sich entschieden. 2022 und 2023 holte er sich ebenfalls den Goldenen Adler. Zudem hat er die Generalprobe in Engelberg für sich entschieden.
Vorjahressieger Daniel Tschofenig hingegen kämpft mit der eigenen Form. Am Sonntag verpasste der Weltcupsieger sogar den zweiten Durchgang. Formstärkster Österreicher ist zurzeit der 22-jährige Tiroler Jonas Schuster. Auch Stefan Kraft darf natürlich niemals unterschätzt werden.

Und die deutschen Springer?
Der DSV wartet noch auf den ersten Erfolg in dieser Saison, hat in den vergangenen Wochen viel Rückstand auf die Konkurrenz wiedergutgemacht. Insbesondere Felix Hoffmann und Philipp Raimund wussten zuletzt zu überzeugen.

Zwei vierte Plätze hatte Raimund in Engelberg geholt und damit seine Topform bestätigt. Noch besser lief es für Hoffmann, der als Zweiter und Dritter in der Schweiz zweimal auf dem Podest stand. Dementsprechend zählt das Duo bei der Vierschanzentournee zum erweiterten Favoritenkreis.
