m Vorfeld stand vor allem die unterschiedliche Logistik beider Teams aus Kalifornien im Fokus: Während San Francisco bereits eine Woche vor Anpfiff nach Melbourne reiste, um sich an den 17-stündigen Zeitunterschied zu gewöhnen, landeten die Rams erst knapp 24 Stunden vor dem Kick-off.
Dieser Unterschied spiegelte sich auf dem Feld wider. Rams-Quarterback Matthew Stafford und Star-Neuzugang Myles Garrett wirkten spürbar gehemmt. Purdy hingegen zeigte auf Seiten der 49ers eine abgeklärte Leistung. Nach einer frühen Interception fing er sich schnell und bediente nacheinander Demarcus Robinson, Mike Evans und Deebo Samuel Jr. in der Endzone.
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"Ich bin unheimlich stolz auf dieses Team. Der 15-Stunden-Flug und die gesamte Woche hier waren hart, aber wir haben es durchgezogen", sagte 49ers-Tight-End George Kittle nach dem Spiel.
Frühstart der 49ers und spöttischer Jubel der Rams
Obwohl die Rams als Favorit in die Saison gestartet waren – nicht zuletzt wegen des bevorstehenden Heim-Super-Bowls im SoFi Stadium und der Verstärkung durch Garrett –, gehörte die Gunst des Publikums in Melbourne klar den 49ers.
San Francisco erwischte den besseren Start und ging früh durch ein Field Goal in Führung. Die Rams antworteten kurzzeitig: Ein 41-Yard-Pass von Stafford auf Puka Nacua ebnete den Weg für Running Back Kyren Williams, der per Lauf durch die Mitte zum Touchdown vollendete.
Als Purdy kurz darauf eine schwache Interception in die Hände von Quentin Lake warf, feierte die Rams-Defensive den Turnover mit einer spöttischen "Jetlag"-Einlage, indem sich die Spieler schlafend in die Endzone legten. Die Antwort der 49ers folgte postwendend: Renardo Green fing seinerseits einen Pass von Stafford ab, ehe Purdy seinen Receiver Demarcus Robinson mit einem 39-Yard-Touchdown-Pass bediente und San Francisco mit einer Fühung in die Halbzeit schickte.
Während der Halbzeitpause traten die Jonas Brothers im Stadion auf – ein Auftritt, der weltweit live auf Netflix übertragen wurde.
San Francisco zieht in Hälfte zwei davon
Nach dem Seitenwechsel dominierten die 49ers das Geschehen vollends. Angetrieben von starken Läufen durch Christian McCaffrey erarbeitete sich San Francisco erneut eine gute Feldposition. Der erfahrene Neuzugang Mike Evans fing schließlich einen kurzen Pass zur 17:7-Führung.
Die Rams verpassten die direkte Antwort: Trotz eines weiteren langen Raumgewinns durch Nacua scheiterten sie an der entschlossenen Goal-Line-Defense der 49ers und mussten den Ball per Turnover on Downs abgeben. Im anschließenden 99-Yard-Drive machte San Francisco den Sack zu: Purdy wich dem Druck der Defensivreihe aus und fand Deebo Samuel Jr. zum 27:7-Endstand.
Drei Minuten vor dem Ende nahm Rams-Coach Sean McVay seinen Spielmacher Stafford vom Feld. "Ich suche keine Ausreden. Ob es an der Reise lag oder an etwas anderem: Wir waren einfach nicht gut genug", zeigte sich McVay nach dem Spiel selbstkritisch.
NFL setzt langfristig auf Australien
Das Spiel im Melbourne Cricket Ground trug sich direkt in die Geschichtsbücher ein: Es war das siebtgrößte Publikum, das je ein reguläres NFL-Spiel besucht hat. Trotz der ungewöhnlichen Anstoßzeit um 10:30 Uhr morgens Ortszeit – angesetzt für die beste Sendezeit im US-Fernsehen – war das Stadion restlos ausverkauft.
NFL-Commissioner Roger Goodell bestätigte noch vor dem Anpfiff, dass die Liga definitiv nach Australien zurückkehren wird: "Das ist für uns keine einmalige Sache. Wir investieren langfristig in diese Community – unter anderem, indem wir Flag Football an australischen Schulen etablieren."
Das Aufeinandertreffen in Melbourne bildete den Auftakt der diesjährigen NFL International Series, die im weiteren Saisonverlauf noch Station in Rio de Janeiro, London, Paris, Madrid, München und Mexiko-Stadt machen wird.
