Dass aus einem Zweitrunden-Pick eine echte Superstartransformation werden kann, bewies spätestens Nikola Jokić. Und doch war eine solche Traumkarriere für Jalen Brunson keineswegs vorgezeichnet. Heute ist der an 33. Stelle im Draft 2018 gezogene Spielmacher der unangefochtene Star des amtierenden Meisters – eine schlicht atemberaubende Entwicklung.
Besonders wiegt dabei der Stolz, ein traditionsreiches Franchise aus dem Jahrzehnte dauernden Schlaf geweckt zu haben. Seit 1973 warteten die New York Knicks auf eine Meisterschaft, im 21. Jahrhundert hatten sie nicht einmal die Finals erreicht. Nun thront Big Apple wieder über der NBA. Der Schlüssel zum Erfolg war eine ideal zusammengestellte Truppe – und Brunsons finanzielles Entgegenkommen. Sein extrem teambezogener "Discount-Vertrag" schuf erst den nötigen Gehaltsspielraum für den Titelkader. Ein Verzicht für den Erfolg, über den noch immer viel zu selten gesprochen wird und den längst nicht jeder Superstar zu bringen bereit ist.
Doch mit dem Ring am Finger beginnt die eigentliche Reifeprüfung: die Jagd nach der Titelverteidigung. Ein Back-to-back gelang zuletzt der Dynastie der Golden State Warriors in den Jahren 2017 und 2018. Die Bucks, die Nuggets und zuletzt die Thunder bissen sich an dieser Hürde die Zähne aus. Genau das richtige Terrain also für einen Kämpfer wie Brunson.
Um diesen Meilenstein zu packen, muss er noch eine Schippe drauflegen. Nicht nur bei den Wurfquoten und Scoring-Werten, sondern vor allem als Anführer. Nach einem Titel verändern sich Teamdynamiken; persönliche Ambitionen drängen oft nach vorn. Brunson muss die Mannschaft verschweißt halten und eine Titel-hungrige Metropole durch die lange Saison steuern. Gelingt ihm das, wächst am Ende womöglich die Chance auf eine ganz besondere Trophäe mit drei Buchstaben.
Statistiken 2025/2026: 26 Punkte bei 46,7 % Trefferquote, davon 36,9 % aus der Distanz, 6,8 Assists (74 Spiele).
Realistisches Ziel 2026/2027: 30 Punkte, 9 Assists, MVP-Kandidat.
