UEFA-Präsident Aleksander Ceferin nahm sich einen Monat vor Beginn der FIFA Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kein Blatt vor den Mund. Angesprochen auf die hohen Ticketpreise für die Endrunde 2026, wurde der Slowene deutlich: "Es gibt genug reiche Menschen in den USA, sodass die Stadien vielleicht voll sein werden. Aber ist das die Essenz des Fußballs? Ich bin mir nicht sicher", sagte der Chef des europäischen Kontinentalverbands am Donnerstag bei der Eröffnung des neuen ÖFB Campus.
"Wenn man wirklich mehr Einnahmen erzielen will, kann man einfach die Preise der Skyboxen erhöhen. Aber nehmt den Fußball nicht von den Fans weg", sagte Ceferin. Bei Turnieren der UEFA achte man bewusst darauf, Tickets für ein breites Publikum leistbar zu halten. Ceferin kündigte zudem an, dass sich die Preise für die Europameisterschaft 2028, im Vergleich zu jener 2024 in Deutschland, kaum bis gar nicht ändern werden.
Während Ceferin damit in dieselbe Kerbe wie Ex-FIFA-Präsident Sepp Blatter schlägt, der seinen Nachfolger Gianni Infantino zuletzt scharf kritisierte, verteidigte Infantino die Ticketpreise. Man passe sich dem Markt in den USA an, gab er zu Protokoll. Darüberhinaus würde die Nachfrage die Preise rechtfertigen.
Handspiel-Kritik
Auch die aktuelle Auslegung der Handspielregel sieht Ceferin kritisch. "Niemand im Fußball versteht noch, was Hands ist und was nicht", erklärte der Slowene. Der VAR solle dabei nur unterstützend eingreifen, während die Entscheidung weiterhin beim Schiedsrichter auf dem Platz liegen müsse. Bei Abseitsentscheidungen, Roten Karten oder Strafraumszenen sei der Videoassistent hingegen hilfreich.
