Hellebuyck krönte mit dem Olympiasieg eine spektakuläre Phase, in der er nicht nur mehrmals die Vezina Trophy als bester NHL-Torhüter holte, sondern mit den Winnipeg Jets auch die Presidents’ Trophy feierte und als erster Torhüter seit Carey Price (2015) mit der Hart Trophy als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet wurde.
Der Weg an die Weltspitze war für den im verschneiten Michigan aufgewachsenen Goalie jedoch kein Selbstläufer. Beim NHL-Draft 2012 wurde er erst in der fünften Runde an Position 130 von Winnipeg ausgewählt und galt lange als ungeschliffener Rohdiamant. Über überragende Leistungen am College für UMass Lowell – wo er zahlreiche Rekorde brach und den Mike Richter Award gewann – kämpfte er sich über das AHL-Farmteam schrittweise nach oben.
Ende 2015 feierte er schließlich sein NHL-Debüt für die Jets und etablierte sich über elf Jahre hinweg als unumstrittener Franchise-Torhüter sowie als einer der besten Goalies seiner Generation.
Suche nach neuem Klub kompliziert
Umso größer war der Schock für die Fans, als Hellebuyck kürzlich nicht zum Trainingslager der Winnipeg Jets erschien und infolgedessen suspendiert wurde. Wie der 33-Jährige wenig später offenlegte, hatte er die Franchise bereits vor Monaten um einen Trade gebeten.
Trotz seines bis 2031 laufenden Achtjahresvertrags sucht der US-Star eine neue Herausforderung für sich und seine Familie. Er betonte jedoch, die Situation stets respektvoll behandelt zu haben, und bedankte sich ausdrücklich für die jahrelange Unterstützung der Fans in Winnipeg.
Die Suche nach einem neuen Abnehmer gestaltet sich für die Jets-Führung um General Manager Kevin Cheveldayoff allerdings äußerst kompliziert. Da kaum ein Team mit berechtigten Playoff-Chancen Bedarf an einem hochbezahlten Stammtorhüter hat und Hellebuyck zudem andere kanadische Teams per Klausel ausschließt, fehlen schlichtweg passende Angebote.
Cheveldayoff betont zwar, dass dem Superstar weiterhin alle Türen offenstehen, sieht derzeit aber keinen Grund, ihn unter Wert abzugeben. Somit droht die Situation vor dem Saisonstart zu eskalieren.
Auch Larkin will Wechsel erzwingen
Der Machtkampf in Winnipeg ist jedoch kein Einzelfall im modernen Eishockey. Erst in der Offseason 2026 erzwang Brady Tkachuk nach acht Jahren seinen Abschied von den Ottawa Senators und wechselte zu den Florida Panthers.
Auch historische Präzedenzfälle wie Eric Lindros, der sich 1991 weigerte, für die Quebec Nordiques aufzulaufen und ein ganzes Jahr streikte, zeigen, wie hart die Bandagen im Profisport sein können. Zur selben Zeit pokert zudem Detroit-Kapitän Dylan Larkin um einen Wechsel und verweigert derzeit die Rückkehr ins Team.
Für Winnipeg und Connor Hellebuyck bleibt die Zukunft damit völlig ungewiss. Es stellt sich die drängende Frage, ob die Parteien vor dem Saisonstart doch noch eine einvernehmliche Lösung finden oder ob einer der besten Torhüter der Welt den Auftakt der Spielzeit tatsächlich isoliert auf der Tribüne verbringen muss.
