Macht's noch einmal Jungs: Darum wird Deutschland Weltmeister

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Macht's noch einmal Jungs: Darum wird Deutschland Weltmeister

Die jubelnde Mannschaft nach dem Finaleinzug
Die jubelnde Mannschaft nach dem FinaleinzugProfimedia
Es ist jetzt schon ein historischer Lauf für die DEB-Mannschaft. Nachdem sich unsere Jungs gegen die USA durchgesetzt haben, brachen aus jedem Spieler glatte Emotionen heraus. Das Tor von Frederik Tiffels in der Overtime sorgt für die erste Medaille eines deutschen Teams bei der WM seit 1953. Nun heißt es, die letzte Hürde, um vollends in die Geschichte einzugehen, zu nehmen: Kanada. Die Eishockey-Nation Nummer 1 konnte im Halbfinale gegen Lettland gewinnen, nachdem man bereits im Viertelfinale eindrucksvoll mit Finnland die vermeintlich größte Titel-Konkurrenz aus dem Turnier geworfen hatte.

Das Ahornblatt ist nicht unschlagbar! Bereits bei der Weltmeisterschaft 2021 konnten die Kanadier mit 3:1 besiegt werden. Danach gab es jedoch sowohl bei Olympia als auch bei der letztjährigen WM Pleiten gegen die Nordamerikaner. Wenn es wichtig war, konnte man aber auf die Deutschen zählen. So auch bei den Olympischen Spielen 2018, als es im Halbfinale einen 4:3 Triumph über Kanada gab und es im Finale nur knapp nicht zum Sieg über Russland reichte.

Und das alles ohne Leon Draisaitl. Der Superstar ist nach dem Play-Off-Aus seiner Edmonton Oilers nicht mehr nachgereist, ein Faktor der eventuell zum Schlüssel wurde. Denn das Team ist hier der Star, so sagte Moritz Seider im Nachgang des Viertelfinal-Erfolgs über die Schweiz: "Wir sind nicht abhängig von einem oder zwei Spielern, das ist eine mannschaftliche Leistung. Einer ist ausgefallen, der nächste hat ein bisschen mehr gemacht." Und das fällt auf dem Eis auch dem allerletzten Zuschauer auf. Aufopferungsvoll kämpft hier jeder bis zur letzten Sekunde um den Sieg – und das scheint sich auszuzahlen.

Die Olympia-Recken als Führungsspieler

Mit Dominik Kahun, Jonas Müller, Moritz Müller und Marcel Nobels sind noch vier Jungs vom Silber-Erfolg aus Pyeongchang dabei. Damals glich Russland kurz vor Schluss aus, schickte die DEB-Mannschaft in die Overtime und errang schlussendlich Gold. Diese Erfahrung sitzt dem Quartett tief in den Knochen und kann bei der erneuten Chance auf Gold, dieses Mal bei einer WM, nun das Zünglein an der Waage sein. 

Die Erfahrung von Moritz Müller sorgt für Abgeklärtheit in schwierigen Situationen
Die Erfahrung von Moritz Müller sorgt für Abgeklärtheit in schwierigen SituationenAFP

Im Halbfinale waren sie wieder wichtig. Noebels hatte den Ausgleich gegen die USA erzielt, Kahun war an 3 Toren als Vorbereiter beteiligt, darunter auch dem Siegtreffer von Frederik Tiffels. Mit der richtigen Mischung aus jungen und alten Spielern hat der DEB hier die perfekte Kombination, um über das komplette Match mit dem "übermächtigen" Kanada mitzuhalten.

Niederberger in "Parade"-Form

Mathias Niederberger war in der Overtime gegen die USA für einen Großteil der deutschen Eishockey-Fans der persönliche Man of the Match. Natürlich gelang Tiffels am Ende der Siegtreffer – jedoch drückten die US-Boys 5 Minuten lang ins deutsche Drittel rein und betrieben Chancenwucher. Aber immer wieder war es der Handschuh von Niederberger oder ein Fuß des Goalies, der dafür sorgte, dass die Hoffnungen aufs Finale doch noch bestanden.

Bei 26 Schüssen auf das Tor wurde der Schlussmann von Red Bull München nur dreimal überwunden. Ein Top-Wert für den Goalie des deutschen Meisters, der seine Saison mit einem Weltmeisterschafts-Sieg auf ein neues Niveau heben könnte. Der 30-Jährige gab sich aber auch nach Top-Leistungen immer geerdet. Auf das 3:1 gegen die Schweiz folgte eine bodenständige Wortmeldung: "Wenn ich der Mannschaft helfen kann, bin ich mehr als glücklich". 

Es stimmt einfach auf jeder Position bei unseren Jungs – und damit wird Deutschland heute gegen Kanada eine Leistung zeigen können, auf die wir stolz sein können. Ob es am Ende zum Sieg reicht, steht in den Sternen. Aber dieses Team hätte es wohl mehr als verdient. 

Zum Match-Centre mit Audiokommentar ab 19:20 Uhr