Zum Hauptinhalt springen

Elf Jahre nach Klitschko: Kabayel schließt den Kreis in Düsseldorf

Kabayel verteidigt seinen Titel in Düsseldorf
Kabayel verteidigt seinen Titel in Düsseldorf Foto von BERND THISSEN / DPA / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Exakt elf Jahre nach der Niederlage von Wladimir Klitschko gegen Tyson Fury kehrt das Schwergewichtsboxen Ende November in ein deutsches Stadion zurück. Weltmeister Agit Kabayel hat in Düsseldorf Großes vor.

Mit gezeichneter Miene und völlig erschöpft stand Wladimir Klitschko am 28. November 2015 im Ring inmitten der Düsseldorfer Fußballarena. Die Punktniederlage gegen den Briten Tyson Fury hatte das Ende der Ära des ukrainischen Boxchampions eingeläutet - und zugleich das Schwergewichtsboxen für lange Zeit aus deutschen Stadien verschwinden lassen.

Doch nun, exakt elf Jahre nach Klitschkos vorletztem Karrierekampf, steigt mit dem deutschen Weltmeister Agit Kabayel an gleichem Ort erneut ein Schwergewichtler in den Stadionring - und verspricht, vor über 50.000 Fans "Geschichte zu schreiben."

"Harte Arbeit macht Träume wahr"

Wie der übertragende Streaminganbieter DAZN zusammen mit Promoter Queensberry am Donnerstag offiziell verkündet hatte, bekommt Kabayel für seine erste Titelverteidigung am 28. November mit der Düsseldorfer Arena die ganz große Bühne. Gegenüberstehen wird dem 34-Jährigen der Albaner Nelson Hysa, der acht Jahre älter als Kabayel, bislang aber ebenfalls noch unbesiegt ist. "Schon als Kind war ein WM-Kampf im Stadion mein größter Traum", ließ sich Kabayel zitieren, "das ist der Beweis: Egal, woher du kommst – harte Arbeit macht Träume wahr."

Bis Ort und Gegner fix waren, hatte sich Kabayel jedoch gedulden müssen. Im Juni war der Bochumer vom Verband World Boxing Council (WBC) zum Weltmeister erklärt worden, nachdem der ukrainische Dreifach-Champion Alexander Usyk zuvor seine Titel niedergelegt hatte. Zuletzt war kommuniziert worden, dass Kabayel wie bei seinem vorherigen Kampf im Januar gegen den Polen Damian Knyba in der Rudolf-Weber-Arena in Oberhausen antrete. Auch die Suche nach einem Gegner hatte sich schwierig gestaltet, in der Weltelite fand sich kein passender Kontrahent für den Kampf.

"Auf eine etwas respektlose Art herausgefordert"

Nelson Hysa hingegen hatte sich immer wieder selbst ins Spiel gebracht; ein zwischenzeitlich bereits vereinbartes Duell drohte allerdings wieder zu platzen. Nun aber ist alles geregelt für den Stadionkampf. "Er hat mich auf eine etwas respektlose Art herausgefordert, um diesen Kampf zu bekommen", ätzte Kabayel, "aber jetzt bekommt er seine Chance. Am 28. November werde ich ihm zeigen, dass es in diesem Sport Levels gibt."

Eine unmissverständliche Ansage verschickte Kabayel, der langfristig alle vier Gürtel im Schwergewicht vereinen will, vorsorglich schon vor einigen Tagen via Instagram: "Komm' mir bitte nicht zwei, drei Wochen vor dem Kampf mit einer Ausrede, dass du den Kampf absagen willst", sagte er in Richtung Hysa. Kabayel will die Fäuste fliegen lassen - und den deutschen Fans nach langen Jahren des Wartens seit dem Klitschko-Auftritt in Düsseldorf endlich wieder eine große Show bieten.

"Dass Agit seine erste WM-Titelverteidigung genau in dieser Arena bestreitet, schließt einen großartigen Kreis", findet auch Bernd Bönte, ehemaliger Manager von Vitali und Wladimir Klitschko und DAZN-Experte: Kabayel besitze "das Können und die Ausstrahlung, um das Stadion wieder zum Beben zu bringen. Die Box-Fans dürfen sich auf eine magische Schwergewichts-Nacht freuen."

Flashscore bei Google bevorzugenSo siehst du unsere News öfter
HinzufügenBei Google hinzufügen