Welthandballer Mathias Gidsel schlenderte mit lässiger Jogginghose und einem zerknitterten Shirt von Mikrofon zu Mikrofon, Publikumsliebling Juri Knorr kam gut gelaunt vom Mittagessen. Am Tag vor dem Gipfeltreffen der Handballelite strahlten die Handballstars Gelassenheit aus.
Aber: "Die Vorfreude ist natürlich groß. Das ist das absolute, große Finale dieser Saison", sagte Gidsel am Freitagmittag im Spielerhotel. Knorr gestand, bei seiner Premiere beim Final Four der Champions League sei auch "ein bisschen Nervosität und Aufregung dabei, aber das gehört dazu".

SCM plant die Titelverteidigung
Beim Showdown in der Kölner Lanxess Arena ist Europas Thron heiß begehrt. Die Füchse Berlin planen die Finalrevanche, der SC Magdeburg träumt von der erfolgreichen Titelverteidigung - und Knorr hofft auf die ganz große Überraschung. "Ich weiß, wie es ist, Titelverteidiger zu sein. Ich weiß aber nicht, wie es ist, back-to-back zu gehen und den Titel wirklich zu verteidigen", sagte Magdeburgs Erfolgstrainer Bennet Wiegert.
Das Ziel beim Sieger von 2025 ist klar: Der Meister will als erster deutscher Klub und erst zweiter überhaupt seinen Triumph beim Final Four der Champions League wiederholen.
Die Vorbereitung dafür begann beim SCM zunächst mit einer großen Party in der Magdeburger Innenstadt. Beim Empfang auf dem Rathausbalkon feierten die Spieler gemeinsam mit den Fans die Meisterschaft in der Bundesliga. Der Siegeswille bleibt ungebremst. "Wir sind noch nicht fertig", kündigte Kreisläufer Oscar Bergendahl an.
Zweimal nacheinander holte den Titel im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb bisher nur Rekordsieger FC Barcelona (2021 und 2022). Magdeburg triumphierte 2002, 2023 und 2025. Im vergangenen Jahr setzte sich der SCM im Endspiel abgezockt gegen die Füchse durch (32:26).
"Letztes Jahr hat am Ende kaum einer mit uns gerechnet und dann haben wir trotzdem gewonnen", erinnert sich Magdeburgs Felix Claar: "Das war absolut magisch." Die Neuauflage wartet nun schon im Halbfinale am Samstag (15 Uhr/Dyn und DAZN).
Match-Center: Magdeburg vs. Berlin
Auch für die Füchse zählt nur die Titelverteidigung
Die Füchse sind derweil heiß auf ihren ersten Königsklassen-Titel. "Wir wollen das Turnier gewinnen", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning dem SID. Allerdings braucht es dafür "zwei Spitzenleistungen", das merkte Welthandballer Gidsel selbst an: "Wir haben die letzten drei Spiele verloren gegen Magdeburg. Wir erwarten natürlich eine extrem schwierige Aufgabe."

Für den unabhängigen deutschen Handball-Fan ist das direkte Duell dabei ein gutes Omen. Bei den beiden bisherigen Bundesliga-internen Halbfinals in der Champions League gewann der Finalist aus der HBL auch jeweils das Endspiel: 2012 der THW Kiel, 2013 der HSV Hamburg.
Im diesjährigen Finale wartet dann Rekordsieger Barcelona, der auf seinen 13. Titel hofft, oder der dänische Topklub Aalborg HB um DHB-Spielmacher Knorr, die um 18 Uhr (Dyn und DAZN) aufeinandertreffen. "Das ist natürlich für uns und für den Verein das ganz große Highlight", sagte Knorr dem SID.
