Die AFC nehme "die unbegründeten und völlig haltlosen Anschuldigungen der Nötigung, Bedrohung oder Bestechung sehr ernst. Derartige schwerwiegende Anschuldigungen müssen durch glaubwürdige Beweise untermauert werden und dürfen nicht ohne eine solide faktische Grundlage erhoben werden", schrieb die AFC. Die zuständigen Gremien sollten den Sachverhalt prüfen und gegebenenfalls "als angemessen erachtete Maßnahmen" vorlegen.
Im FIFA-Machtkampf hatte al-Hussein Kritik an den jüngsten Aussagen von AFC-Chef Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa geäußert. Dieser hatte beim Kongress in Tokio in der Vorwoche eine Kehrtwende vollzogen und betont, dass die AFC "uneingeschränkt" hinter Infantino stehe. Rund drei Monate zuvor hatte er den FIFA-Präsidenten in der Debatte um das inzwischen gescheiterte Investorenvorhaben noch attackiert.
Infantino vor der Wiederwahl unter Druck
Der AFC-Kongress habe an den ersten beiden Tagen "im Zeichen des Fußballs, dem wir uns alle verschrieben haben", gestanden. "Der letzte Tag hingegen war reine Politik – auf Betreiben von Gianni Infantino", schrieb al-Hussein bei X: "Es gab Berichte, wonach Asien bei der Wahl des nächsten FIFA-Präsidenten eine geschlossene Position vertrete. Tatsächlich durfte jedoch niemand das Wort ergreifen, Fragen stellen, diskutieren oder mit den Medien sprechen."
Schon im Sommer hatte al-Hussein Kritik und einen Erpressungsvorwurf geäußert. Er warf dem Weltverband vor, Prämien zurückgehalten zu haben, um ihn zur Unterstützung von Infantino zu bewegen. Die UEFA will Infantino bei der Wahl im März 2027 in Rabat/Marokko stürzen, dieser erhält weltweit aber immer mehr Unterstützung. Afrika und Südamerika stehen auf Infantinos Seite, dies gilt zu großen Teilen auch für Ozeanien. Es erscheint sicher, dass die UEFA und CONCACAF nicht alle ihre Mitglieder bei der Wahl hinter sich versammeln können.
