Natürlich musste Jorge Jesus auch in der Heimat über Cristiano Ronaldo reden, Tage nach dessen Flucht aus Kopenhagen. Doch Portugals Nationaltrainer machte es kurz.
"Nach dem Spiel ist noch genügend Zeit, darüber zu sprechen", sagte er vor dem Nations-League-Duell mit Norwegen am Sonntagabend. Jesus betonte, dass es nicht darum gehe, Ronaldo "zu ignorieren".
Es brodelt also. Mal wieder bestimmt der beleidigte Fußballstar die Schlagzeilen. Obwohl neuerdings von einem "Friedensgipfel" die Rede ist, wie die Zeitung A Bola berichtete.

Trainer Jesus soll zum Versöhnungsgespräch bereit sein. Stimmt es, müsste Ronaldo sich nur auch darauf einlassen. Eine Antwort stehe noch aus, hieß es.
Match-Center: Portugal vs. Norwegen
Like für Verteidigungsrede
Erst am Wochenende legte der 41-Jährige nach - mit einer Kleinigkeit, einem Like bei Instagram für einen Beitrag von Felipe Melo. Der frühere brasilianische Nationalspieler hatte ein Video von sich aus einem TV-Studio gepostet.
"Es besteht ein grotesker Unterschied zwischen der Art und Weise, wie seine portugiesischen Teamkollegen Cristiano behandeln, und der Art, wie argentinische Spieler Lionel Messi behandeln", kritisierte Melo. Man dürfe "nicht zulassen, dass er einfach so geht, als wäre nichts geschehen".
Ronaldo hatte das Trainingslager des Nationalteams in Dänemark am Mittwoch überstürzt verlassen und das Ende seiner Karriere in der Selecao angedeutet.

Auslöser war Jesus' Ankündigung, den Nationalhelden wie schon im vorherigen Spiel auf die Bank setzen zu wollen. Zu viel für den Rekordtorschützen der Portugiesen, ein Privatjet brachte ihn mitten in der Nacht nach Madrid.
Trotz des unrühmlichen Abgangs stärkte Mitspieler Bruno Fernandes Ronaldo den Rücken. "Cristiano wird immer das größte Idol unserer Nationalmannschaft und des Weltfußballs sein und verdient den Respekt aller Portugiesen – unabhängig davon, wer ihn mehr oder weniger mag", sagte der Profi von Manchester United.

