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ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 3. Runde

ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 3. Runde
ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 3. RundeČTK / imago sportfotodienst / Yigit Oerme / Ps Images

Ein historischer Kantersieg, der den ersten Trainerposten gekostet hat, eine Austria, die endlich anschreiben konnte und ein Spieler, der lieber gar nicht erst in den Bus stieg – die 3. Runde bot Fußball-Drama in allen Facetten.

Die dritte Runde der ADMIRAL Bundesliga 2026/27 ist geschlagen, und sie hatte einen klaren Höhepunkt: Rapid deklassierte den GAK nach allen Regeln der Kunst und übernahm die Tabellenführung vom LASK, der seinerseits mit einem 4:1 gegen Ried ebenfalls bei neun Punkten hält. Bei der Austria wiederum in Hartberg platzte nach zwei sieg- und torlosen Runden endlich der Knoten.

Für den größten Gesprächsstoff abseits des Rasens sorgte aber die Causa Massombo: Der Altach-Legionär verweigerte kurzerhand die Auswärtsfahrt nach Graz, weil er zu Sturm wechseln will – ein handfester Skandal, der die Liga noch länger beschäftigen dürfte. Und auch bei der WSG Tirol läuft es nicht rund – auf und neben dem Platz.

 

TOP – Rapid feierte den höchsten Sieg seit fast 41 Jahren

Was Rapid dem GAK in Hütteldorf Arena antat, sprengte alle Kategorien. Ercan Kara traf doppelt (5., 12.), Tonni Adamsen war mit vier Treffern (14., 45.+4, 74., 86.) der Mann des Abends, dazwischen trafen noch Nenad Cvetkovic (42.) und Yusuf Demir (56.) – macht in Summe ein 8:0. Bereits zur Halbzeit stand es 5:0, Rapids höchste Halbzeitführung seit November 2015.

Mit dem historischen Kantersieg und dem höchsten Rapid-Ligasieg seit dem 10:0 gegen denselben Gegner am 27. September 1985 – übernahmen die Hütteldorfer die Tabellenführung vom LASK und blieben nach acht Pflichtspielen in Folge ungeschlagen.

 

 

„Es war ein guter Fußball von uns, mit vielen guten Momenten, viel hoher Qualität und einer Mannschaft, die zusammenhält", freute sich Trainer Johannes Hoff Thorup. GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer fand deutlich härtere Worte: „Es war grottenschlecht. Wir sind von Anfang an unter die Räder gekommen." Er bezeichnete den Abend als „den schlimmsten Moment als Spieler und Trainer".

Passend zu diesen Worten fiel auch die Entscheidung der GAK-Verantwortlichen. Noch am Montagvormittag gab der GAK bekannt, sich von Feldhofer als Trainer zu trennen.

 

FLOP – Die Causa Massombo überschattete Altachs Auftritt in Graz

Sportlich verlor Altach bei Sturm nur knapp mit 0:1, der eigentliche Aufreger spielte sich aber schon einen Tag zuvor ab. Yann Massombo weigerte sich nach dem Abschlusstraining, in den Mannschaftsbus nach Graz zu steigen, weil er ausgerechnet zu Sturm Graz wechseln möchte. „Wir haben versucht, ihn umzustimmen, dass er doch in den Bus steigt. Aber er war da sehr klar", schilderte Sportdirektor Philipp Netzer den Vorfall.

Brisant: Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch, bis vor Kurzem selbst noch bei Altach beschäftigt, hatte bereits einen Tag vor dem Spiel Kontakt zu Massombo aufgenommen – ohne Altach vorher zu informieren, wie es die ÖFB-Regularien eigentlich vorsehen. Altach-Trainer Ognjen Zaric wurde deutlich: „Wenn ich von der Mannschaft höre, dass ein Trainer diesen Spieler kontaktiert, einen Tag vor dem Spiel, dann vertritt das nicht meine Wertvorstellung." Ingolitsch selbst gab sich gelassen: „Ich finde, dass ein ganz normaler Prozess abgelaufen ist, wie es immer ist."

 

 

Massombos Vertrag läuft eigentlich bis 2027, ein Wechsel wäre nur mit Altachs Zustimmung möglich. Der Klub kündigte an, weitere Schritte zu prüfen. Sportlich verkraftbar, menschlich ein Ärgernis – dieser Fall dürfte die Liga noch länger beschäftigen.

 

TOP – Austria Wien beendete die Durststrecke

Nach zwei Runden ohne Punkt und ohne eigenes Tor war für die Austria in Hartberg endlich Land in Sicht. Der erst 18-jährige Daniel Nnodim nutzte einen Abwehrfehler von Jonas Karner eiskalt und verwandelte präzise ins Eck (33.). Julian Hettwer erhöhte nach idealer Vorlage des Ex-Hartbergers Manfred Fischer auf 2:0 (76.).

Hartberg erspielte sich vor der Pause zwar durch Karner, Marco Hofmann und Paul Komposch gute Gelegenheiten, blieb aber ohne Ertrag. Nach der Pause fehlte den Steirern dann komplett die Offensivpower.

 

 

„Wir waren zu naiv. Unnötige Ballverluste, die der Gegner gut nutzte. Wir sind in der letzten Zone viel zu ungefährlich", ärgerte sich Hartbergs Markus Schopp. Austria-Trainer Stephan Helm lobte dagegen „eine Mannschaft mit geschlossener Agitation" und betonte, sein Team habe trotz emotionaler Vorwochen gut reagiert. 

 

FLOP – Bei der WSG Tirol lief es auch abseits des Platzes nicht rund

Gegen RB Salzburg ging bei der WSG Tirol früh nichts mehr zusammen. Karim Konaté (15.) und Frans Krätzig (17.) trafen binnen zwei Minuten zum 0:2, ehe Sota Kitano nach Balleroberung von Abubakr Barry in der 70. Minute alles klarmachte.

Bitter: Kurz vor der Pause hätte die WSG per Elfmeter verkürzen können, doch sowohl Hinterseer als auch beim Nachschuss Striednig scheiterten an Salzburgs Torhüter Christian Zawieschitzky, der Abpraller landete zudem an der Stange. Trotz couragierter Vorstellung blieb die WSG so nach drei Runden bei nur einem Punkt und weiter ohne Saisonsieg. „Jungs haben super gespielt", fand Trainer Philipp Semlic trotz der klaren Niederlage lobende Worte für seine Mannschaft.

 

 

Und auch abseits des Rasens brennt es bei der WSG weiter. Nach der Kritik an der Tivoli-Doppelbelastung zu Saisonbeginn platzte nun auch (vorerst) noch das eigene Stadionprojekt in Wattens: Der Gemeinderat lehnte mit elf Gegenstimmen eine Haftungsübernahme von rund einer Million Euro ab, nachdem Banken ihre Sicherheitsanforderungen kurzfristig von 65-70 auf 95 Prozent erhöht hatten. Sportmanager Stefan Köck reagierte ungewohnt deutlich: „Ich habe lange genug geschwiegen", polterte er und ergänzte, er bräuchte „keinen Pressesprecher, sondern einen Feuerlöscher". Die Entscheidung der Gemeinde bezeichnete er als „Schuss ins eigene Knie".

Bürgermeister Lukas Schmied verteidigte die Ablehnung mit der fragilen Gemeindefinanzlage und dem unkalkulierbaren Risiko des Profifußballs. Köck gab sich trotzdem kämpferisch: „Wir werden diese Haftung bekommen und das Stadion bauen." Selbst Trainer Semlic soll laut Medienberichten mittlerweile seinen Verbleib in Wattens hinterfragen. 

 

TOP – Austria Lustenau feierte den ersten Saisonsieg

Nach dem mutigen Auftakt gegen Ried und dem Dämpfer beim GAK gelang Austria Lustenau nun der erste Dreier der Saison. Antonio Verinac traf doppelt: Erst verwertete er eine Vorlage von Dominik Weixelbraun (24.), ehe er nach einem Abpraller von der Stange per Konter selbst nachlegte (32.).

Der WAC, der seinerseits noch auf den ersten Saisonsieg wartet, kam durch Giacomo Vrioni nach Vorlage von Donis Avdijaj noch vor der Pause heran (45.+4), warf in der zweiten Hälfte alles nach vorne – doch Lustenaus Abwehr hielt dem Druck stand. Nach der Achterbahn der ersten beiden Runden also endlich der ersehnte erste Saisonsieg für den Aufsteiger.