Für die nötige Frische und als Belohnung für den 1:0 (0:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg gab Trainer Vincent Kompany den Profis von Bayern München erst einmal frei. "Die Wochen waren extrem intensiv. Auch vom Kopf her", sagte Sportdirektor Christoph Freund. Die Spieler sollen "jetzt mal kurz runterfahren". Denn: "Wir wollen im Rhythmus bleiben. Drei Tage durchschnaufen ist für alle ganz gut."
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Doch ab Mittwoch ist wieder Vollgas im typischen Kompany-Stil angesagt. Trainer und Bosse setzen alles daran, dass nach dem Aus im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain niemand die Zügel schleifen lässt. Die Intensität des Coaches soll dazu führen, dass die Bayern auch in das letzte Saisonspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Köln mit maximaler Ernsthaftigkeit gehen.
Obwohl die Meisterschaft seit dem 30. Spieltag feststeht, wolle Bayern auch dort "unbedingt gewinnen", sagte Freund. Schließlich gibt es nach dem Köln-Spiel die Meisterschale. Danach gelte der "volle Fokus auf Berlin". Im Endspiel am 23. Mai gegen den VfB Stuttgart soll der erste bayerische Pokalsieg seit 2020 gelingen. Dafür müssen die Münchner auf Betriebstemperatur bleiben.
Urbig hält Bayern im Spiel
Was passiert, wenn vermeintlich leichte Aufgaben zu locker angegangen werden, war in Wolfsburg zu sehen. Über weite Strecken der ersten Halbzeit war der VfL die bessere Mannschaft, Neuer-Vertreter Urbig musste mehrfach retten. "Jonas hat uns im Spiel gehalten", sagte Freund. Teamkollege Tom Bischof sprach gar eine Empfehlung an Bundestrainer Julian Nagelsmann aus: "Er hat eine geile Ausstrahlung, und den kann man im Sommer auch mal mitnehmen."

Urbig, der im März für die DFB-Elf nominiert worden war, letztlich aber verletzt fehlte, blieb zurückhaltend. Er gehe "grundsätzlich gerne ans Telefon, egal wer anruft". So diplomatisch kennt man ihn. Da passte es auch ins Bild, dass er sich nicht großartig darüber aufregte, dass Wolfsburgs Jeanuel Belocian den Elfmeterpunkt bearbeitet hatte, bevor Bayerns Torjäger Harry Kane wohl auch deswegen seinen ersten Strafstoß in der Bundesliga verschoss (36.).
Erst als Michael Olise (56.) den Ball im Anflug eines "Geniestreichs" (Freund) wunderschön unter die Latte zirkelte, waren auch die Wolfsburger mit ihren Mitteln am Ende. Doch selbst dieses Traumtor nahmen die Bayern ohne große Jubelarien zur Kenntnis. "Ich glaube auch ein bisschen aus Respekt vor dem Gegner", sagte Kompany im ZDF. "Die sind im Abstiegskampf, wir sind schon Meister. Das muss keine große Show sein."
