"Favorit" Wolfsburg kämpft ums Überleben – Paderborn träumt von der Bundesliga

Hecking sieht Wolfsburg "natürlich" als Favorit
Hecking sieht Wolfsburg "natürlich" als FavoritREUTERS/Fabian Bimmer

Der VfL Wolfsburg muss eine verlorene Saison in der Relegation retten. Der SC Paderborn hofft nach sechs Jahren auf die Bundesliga-Rückkehr.

Geld schießt bekanntlich keine Tore, große Namen garantieren keinen Erfolg - sonst müsste der VfL Wolfsburg nicht ums Überleben in der Fußball-Bundesliga bangen. Von vermeintlich klaren Verhältnissen in der Relegation gegen den Zweitliga-Dritten SC Paderborn will Dieter Hecking deshalb nichts wissen.

Finanziell prallen zwar Welten aufeinander, die wirtschaftlichen Unterschiede beider Klubs sind enorm. Das ist auch VfL-Trainer Hecking bewusst. Dass vor dem Hinspiel am Donnerstag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) aus den unterschiedlichen Kaderwerten aber auch ein sportliches Kräfteverhältnis abgeleitet wird, passt ihm überhaupt nicht. "Das sind diese Schein-Alibi-Diskussionen", sagte Hecking der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung und Aller-Zeitung: "Paderborn hat eine gute Mannschaft, die nicht zu Unrecht Tabellendritter geworden ist."

"Natürlich sind wir Favorit, das weiß jeder"

Medial war dennoch vorgerechnet worden: Wolfsburg habe mit Mohammed Amoura und Konstantinos Koulierakis zwei Spieler im Kader, die zusammen wertvoller seien als das gesamte Aufgebot des Zweitligisten aus Paderborn. Laut transfermarkt.de liegt der Marktwert des VfL bei 234,6 Millionen Euro, der von Paderborn bei 40,58 Millionen.

Es sind Zahlen, die Wolfsburg den Klassenerhalt nicht sichern, ihn angesichts größerer individueller Qualität aber zumindest wahrscheinlicher machen - das weiß auch Hecking. "Natürlich sind wir Favorit, das weiß jeder", sagte der 61-Jährige, der bereits der dritte Wölfe-Coach der laufenden Spielzeit ist: "Nur weil du Favorit bist, wirst du dieses Spiel nicht gewinnen." Es gehe stattdessen "um Charakter, Intensität, Energie, Mentalität und auch um Spielglück."

Zumindest die Statistik spricht klar für Wolfsburg. Bei den bisherigen Teilnahmen an der Relegation setzte sich der VfL 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel durch. Auch die allgemeine Bilanz spricht für den Erstligisten: Seit 2008/09 wird die Relegation wieder ausgespielt, lediglich dreimal setzte sich der Zweitligist durch. "Wir sind der Favorit", sagte VfL-Spielmacher Christian Eriksen: "Aber wir nehmen das Spiel sehr ernst." Zu viel steht für Wolfsburg auf dem Spiel.

Rückkehr nach sechsjähriger Abstinenz

In Paderborn herrscht derweil Vorfreude auf die "Once-In-A-Lifetime-Chance", wie Trainer Ralf Kettemann die bevorstehenden 180 Minuten Aufstiegskampf am Mittwoch bezeichnete: "Wir können etwas verlieren, aber Fakt ist: Wir können deutlich mehr gewinnen als verlieren."

Der SCP hatte es 2014 und 2019 bereits ins Oberhaus geschafft, stieg jedoch jeweils direkt wieder ab. Am Ende einer erfolgreichen Zweitligasaison winkt nun die Bundesliga-Rückkehr nach sechs Jahren.

Mit einer "großen Euphorie" und "maximaler Lust" will der Außenseiter erst in Wolfsburg bestehen und dann im Rückspiel an Pfingstmontag nachlegen. "Wir müssen vieles richtig machen, aber es ist auch nicht so, dass es ein Fußball-Wunder braucht. Es wäre kein Fußball-Märchen", sagte Kettemann: "Wir können schon was und das wissen wir auch. Wir können Wolfsburg wehtun."

Zum Match-Center: VfL Wolfsburg vs. SC Paderborn