Der Aufsichtsrat des Bundesligisten hat sich im Anschluss an eine tiefgehende Saisonanalyse geschlossen hinter Clemens Fritz gestellt. Mit einer einstimmigen 9:0-Entscheidung des Kontrollgremiums wurde der Geschäftsführer Sport offiziell in seinem Amt bestätigt. Die Bremer hatten die abgelaufene Bundesliga-Saison 2025/26 nach erheblichen Turbulenzen auf dem enttäuschenden 15. Tabellenplatz beendet und den Klassenerhalt erst spät gesichert.
In einer veröffentlichten Stellungnahme fand das Gremium deutliche Worte für das Abschneiden in der vergangenen Spielzeit. Der Saisonverlauf sei "hinter den Erwartungen und den formulierten Ansprüchen" zurückgeblieben. Als Ursachen nannte der Aufsichtsrat unter anderem Fehlentscheidungen bei der strategischen Neuausrichtung im Sommer sowie Fehleinschätzungen in der Transferpolitik. Auch der Trainerwechsel zu Horst Steffen und die damit verbundene Implementierung einer neuen Spielidee brachten nicht den gewünschten Effekt.
Dass Fritz dennoch im Amt bleibt, verdankt er seinem konsequenten Krisenmanagement. Dem Aufsichtsrat zufolge habe der Geschäftsführer die Fehler klar identifiziert, analysiert und – wo möglich – noch während der laufenden Spielzeit korrigiert. Besonders hervorgehoben wurde die Verpflichtung von Daniel Thioune als Cheftrainer mitten in der Krise. In einem kurzfristigen, aber hochprofessionellen Prozess habe Fritz unter massivem Druck die richtige Wahl getroffen. Thioune gelang es in der Folge, die Mannschaft zu stabilisieren und den Verbleib im Oberhaus zu sichern.
Weichenstellung für die Zukunft: Neue Impulse im Scouting
Neben der geglückten Rettung auf dem Trainerposten überzeugte Fritz das Gremium durch strukturelle Weichenstellungen. Mit der Verpflichtung von Markus Pilawa als neuem Kaderplaner wurden neue Impulse im Bereich Scouting gesetzt. Unterstützt soll dieser Kurs durch den gezielten Ausbau datenbasierter Analysetools werden, um die Professionalisierung im Verein weiter voranzutreiben.
Auch wirtschaftlich sieht der Aufsichtsrat den Verein durch Fritz’ Handeln auf dem richtigen Weg. Als Paradebeispiel gelte der Transfer von Torwart Mio Backhaus, der zeige, dass Werder Spieler auf höchstem Niveau ausbilden, Werte schaffen und notwendige Transfererlöse zur Erhaltung der wirtschaftlichen Stabilität generieren könne. Mit der Verpflichtung von Nachfolger Karl Hein habe Fritz zudem bewiesen, dass er vorausschauend und verantwortungsvoll agiert.
Hohe Erwartungen an die neue Spielzeit
Für die kommende Saison formuliert der Aufsichtsrat trotz eines stark veränderten Kaders klare Erwartungen an Clemens Fritz und das Team: "Wir erwarten eine stabile Entwicklung, Konstanz und offensive Durchschlagskraft", heißt es im Statement des Vereins. Das Ziel sei eine wettbewerbsfähige Mannschaft, die die Fans mit Leidenschaft, guter Energie und einer offensiven Spielweise begeistert.
Konkrete tabellarische Zielsetzungen sollen dagegen erst nach dem vollständigen Abschluss der Kaderplanung definiert werden. Der Fokus liege nun darauf, mit Fritz an der Spitze die passenden strukturellen und personellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bundesligasaison zu schaffen.
