Spiele der Legenden: Die besten UEFA-Champions-League-Finals aller Zeiten

Liverpools Kapitän Steven Gerrard feiert den Champions-League-Sieg im Jahr 2005.
Liverpools Kapitän Steven Gerrard feiert den Champions-League-Sieg im Jahr 2005.FILIPPO MONTEFORTE / AFP / AFP / Profimedia

Die UEFA Champions League ist eine Achterbahn der Gefühle: Seit Jahrzehnten schenkt sie uns Momente puren Glücks und tiefer Bestürzung. Wenn die Elite Europas auf der größten Bühne des Fußballs aufeinandertrifft, ist Drama garantiert. Nach 33 packenden Spielzeiten stellt Flashscore die alles entscheidende Frage: Welches waren die besten Endspiele der Geschichte?

Seit der Umbenennung des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1992 haben wir Unfassbares erlebt. Wer erinnert sich nicht an spektakuläre Aufholjagden wie die "Remontada" von Barcelona gegen PSG? Oder an die Fußballmärchen von Außenseitern wie Ajax 2019 und Bodø/Glimt 2026?

In diesem Artikel blicken wir zurück auf die legendärsten Finals und die Augenblicke, die sie unsterblich machten: John Terrys folgenschwerer Ausrutscher in Moskau, Sergio Ramos' Last-Minute-Kopfball für "La Décima", Didier Drogbas Erlösung für Chelsea in München und natürlich die magischen Nächte von Manchester United 1999 und Liverpool 2005.

Hier sind die Top 10 der dramatischsten und historischsten UCL-Finals aller Zeiten.

10: Bales Traum, Karius' Albtraum (Real Madrid - Liverpool, 3:1, 2018)

Das Finale von Kiev war eine Geschichte voller Gegensätze. Real Madrid ging als Favorit ins Rennen, um den Titel-Hattrick zu perfektionieren – doch der Weg dorthin war bizarr. Da Liverpools Stammkeeper Alisson verletzt fehlte, rückte Loris Karius ins Rampenlicht und erlebte einen Abend zum Vergessen.

Seine zwei schweren Patzer – erst gegen Benzema, später bei einem Fernschuss von Gareth Bale – gingen in die Geschichte ein. Doch Bale sorgte auch für sportlichen Glanz: Sein unglaublicher Fallrückzieher zur erneuten Führung war das artistische Highlight eines denkwürdigen Spiels.

9: Porto gewinnt das Duell der Außenseiter (FC Porto - AS Monaco, 3:0, 2004)

José Mourinho und der FC Porto krönten einen wundersamen Fußballsommer, indem sie das Finale der Überraschungsteams dominierten. Gegen ein starkes Monaco, das mit dem Kopfball-Duo Prso und Morientes glänzte, setzte Porto auf gnadenlose Effizienz. Carlos Alberto, Deco und Alenichev sorgten für einen klaren 3:0-Sieg.

Eine Woche später zog Mourinho weiter zu Chelsea und prägte den legendären Satz: „Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und ich denke, ich bin ein Besonderer – ein Special One.

8: Ajax' Kinderriegel stürzt die AC Mailand (Ajax - AC Mailand, 1:0, 1995)

1995 kehrte Ajax Amsterdam nach Jahrzehnten zurück auf den Thron. Unter "Karatemeister" Louis van Gaal und mit einer extrem jungen Truppe forderte man das große Milan von Fabio Capello heraus.

Es war eine Geschichte der Generationen: Ausgerechnet Milan-Legende Frank Rijkaard, der seine Karriere in Amsterdam ausklingen ließ, bediente den 18-jährigen Patrick Kluivert, der in der 85. Minute den Siegtreffer erzielte. Ein poetischer Abschied für Rijkaard und Marco van Basten, die beide nach dieser Saison ihre Karrieren beendeten.

7: Tiki-Taka erobert den Thron (FC Barcelona - Manchester United, 2:0, 2009)

In seiner Debütsaison revolutionierte Pep Guardiola den Weltfußball mit "Tiki-Taka". Im Finale von Rom musste dieser Stil die Reifeprüfung gegen den amtierenden Champion Manchester United bestehen.

Trotz United-Stars wie Rooney, Scholes und Ronaldo war gegen die katalanische Passmaschine kein Kraut gewachsen. Samuel Eto’o und ein Kopfball-Tor von Lionel Messi besiegelten den Sieg. Ein frustrierter Cristiano Ronaldo gab später zu: "Die Taktik war nicht gut, wir waren nur zehn Minuten lang im Spiel."

6: Milan demontiert Cruyffs 'Dream Team' (AC Mailand - FC Barcelona, 4:0, 1994)

Es war das Duell der Gegensätze: Die beste Defensive der Welt (Milan) gegen die unaufhaltsame Offensive von Johan Cruyffs Barcelona (mit Romário und Stoichkov). Doch statt eines knappen Kampfes erlebte die Welt eine Machtdemonstration der Italiener.

Ohne das verletzte Trio van Basten, Gullit und Rijkaard überrollte Milan die Spanier mit 4:0. Daniele Massaro (zweifach), Dejan Savićević per Heber und Marcel Desailly sorgten für eines der einseitigsten, aber beeindruckendsten Finals der Geschichte.

5: John Terrys Patzer im Regen von Moskau (Manchester United - Chelsea, 1:1 (6:5 nach Elfmeterschießen), 2008)

In einem rein englischen Finale lieferten sich United und Chelsea eine Schlammschlacht im strömenden Regen. Cristiano Ronaldo brachte die "Red Devils" in Führung, Frank Lampard glich aus.

Das Drama gipfelte im Elfmeterschießen: Chelsea-Kapitän John Terry hatte den Sieg auf dem Fuß, rutschte jedoch im entscheidenden Moment auf dem nassen Rasen weg. Edwin van der Sar wurde schließlich zum Helden, als er den letzten Elfmeter von Nicolas Anelka parierte und United den Titel sicherte.

4: Real Madrid holt "La Décima" (Real Madrid - Atlético Madrid, 4-1 A.E.T., 2014)

Zwölf Jahre lang wartete Real Madrid auf den zehnten Titel. Im Stadtderby gegen Atlético schien dieser Traum fast zu platzen. Diego Godín brachte die "Colchoneros" in Führung, die ihren Vorsprung mit leidenschaftlicher Defensive bis tief in die Nachspielzeit verteidigten.

In der 93. Minute rettete Sergio Ramos Real mit einem wuchtigen Kopfball in die Verlängerung. Dort war der Bann gebrochen: Bale, Marcelo und Ronaldo schraubten das Ergebnis auf 4:1 hoch und vollendeten den Mythos von La Décima.

3: Drogba crasht das "Finale dahoam" (Bayern München - Chelsea, 1:1 (3:4 nach Elfmeterschießen), 2012)

Das "Drama dahoam": Bayern München bestritt das Finale im eigenen Stadion und dominierte die Partie nach Belieben. Als Thomas Müller in der 83. Minute traf, schien der Sieg sicher. Doch Didier Drogba schlug kurz vor Schluss nach einer Ecke eiskalt zurück.

In der Verlängerung hielt Petr Cech einen Elfmeter von Robben, und im finalen Elfmeterschießen behielt erneut Chelsea die Nerven. Drogba verwandelte den entscheidenden Ball und sicherte den "Blues" ihren ersten Titel in der Höhle des Löwen.

2: Die Geburtsstunde der "Fergie Time" (Manchester United - Bayern München, 2:1, 1999)

Bayern München führte durch einen frühen Freistoß von Mario Basler und hatte das Spiel im Camp Nou unter Kontrolle. Doch wer Manchester United unter Sir Alex Ferguson kannte, wusste: Es ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift.

In der legendären Nachspielzeit ("Fergie Time") drehten Teddy Sheringham (90.+2) und Ole Gunnar Solskjaer (90.+3) innerhalb von nur 102 Sekunden die Partie. Ein Schock für die Bayern, ein Wunder für Manchester und der Moment, der das Triple perfekt machte.

1: Das Wunder von Istanbul(AC Mailand - Liverpool, 3:3 (2:3 nach Elfmeterschießen), 2005)

Kein Finale erreicht den Status dieser Nacht in Istanbul. Ein übermächtiges Milan führte zur Pause bereits mit 3:0. Das Spiel schien gelaufen, die Liverpool-Fans sangen dennoch "You’ll Never Walk Alone". Was dann folgte, war magisch: Innerhalb von sechs Minuten glichen Gerrard, Šmicer und Alonso aus.

Nach einer heroischen Abwehrschlacht und unglaublichen Paraden von Jerzy Dudek siegte Liverpool im Elfmeterschießen. Vom 0:3 zum Champions-League-Sieg – das unangefochtene größte Finale aller Zeiten.

FAQ

Welches Champions-League-Finale gilt als das größte aller Zeiten?

Normalerweise gilt das "Wunder von Istanbul" von 2005 als das größte Champions-League-Finale aller Zeiten.

Welches Team hat die meisten Champions-League-Titel in der Neuzeit gewonnen?

Real Madrid mit 7 Titeln.

Hat jemals eine Mannschaft das Champions-League-Finale nach einem Rückstand von 3 Toren gewonnen?

Nur Liverpool, im Jahr 2005.

Wer schoss das schnellste Tor in einem Champions-League-Finale?

Paolo Maldinis Tor nach 52 Sekunden gegen Liverpool im Jahr 2005.

Welcher Spieler hat die meisten Champions-League-Titel gewonnen?

Dani Carvajal und Toni Kroos, beide mit 6 Champions-League-Titeln.

Welcher Spieler hat die meisten Tore in der Geschichte des Champions-League-Finales erzielt?

Cristiano Ronaldo, mit 4 Toren.

Welcher Spieler hat die meisten Champions-League-Finals bestritten?

Dani Carvajal, Toni Kroos, Luka Modric, Cristiano Ronaldo und Paolo Maldini, alle mit 6.