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Wie Ex-Bundesliga-Profi Cunha zum Retter von Manchester United werden könnte

Matheus Cunha bei seinem Treffer zum 3:2 für Manchester United gegen die Roma
Matheus Cunha bei seinem Treffer zum 3:2 für Manchester United gegen die RomaConor Molloy / ProSportsImages / DPPI via AFP / Profimedia

Es stand wohl außer Frage: Hätte Manchester United am Dienstagabend in der Champions League nicht gegen die Roma triumphiert, wäre der Stuhl von Michael Carrick am Mittwochmorgen gewaltig ins Wackeln geraten. Vor der anstehenden Länderspielpause wartet auf Carrick lediglich noch das Heimspiel im Old Trafford gegen Aston Villa, ganz aus dem Schneider ist der Cheftrainer also keineswegs. Sollte die Klubführung der Red Devils tatsächlich die Reißleine ziehen wollen, gäbe es kaum einen geeigneteren Zeitpunkt als das anstehende Länderspielfenster, wenn der Vereinsfußball vorübergehend ruht.

Immerhin lieferte die bis dahin hinter den Erwartungen gebliebene Mannschaft mit etwas Verspätung ein Ergebnis ab, das ihrem Coach in letzter Sekunde eine Galgenfrist verschaffte.

Auch wenn es übertrieben wäre, den Auftritt als glanzvoll zu bezeichnen: Nach einem 0:2-Rückstand das Match noch in einen 3:2-Sieg zu drehen, verdient Respekt – erst recht in einer Situation, in der man mit dem Rücken zur Wand steht.

Diesen Umschwung hatte United allen voran Matheus Cunha zu verdanken. Mit seinem späten Doppelpack stellte der Brasilianer die Partie im Alleingang auf den Kopf.

Dass er seinen überragenden Auftritt in der Nachspielzeit mit einer Gelb-Roten Karte trübte, dürften ihm Carrick und die Verantwortlichen angesichts des Spielverlaufs wohl wohlwollend verzeihen.

Überragende Einzelleistung

Uniteds Nummer 10 wirbelte nach Belieben: Mit neun Ballberührungen im gegnerischen Strafraum war Cunha der auffälligste Akteur auf dem Platz. Vier Torschüsse bedeuteten gemeinsam mit weiteren Akteuren den Spitzenwert der Partie, und seine drei Schüsse direkt aufs Tor konnte niemand überbieten.

Man Utd vs Roma - Man of the Match
Man Utd vs Roma - Man of the MatchFlashscore

Einzig Bruno Fernandes und Rodrigo Mora kreierten mehr Chancen als Cunhas zwei Schlüsselpässe. Kurios am Rande: Mit einer Passquote von 75,8 Prozent schnitten an diesem Abend nur Matias Soulé und Bryan Mbeumo noch schwächer ab als der portugiesische Spielmacher.

Soulé versuchte sich zudem wie Cunha an sechs Dribblings, entschied davon jedoch nur ein einziges für sich – Cunha hingegen war vier Mals erfolgreich (Bestwert des Abends).

Matheus Cunha's match card vs Roma
Matheus Cunha's match card vs RomaFlashscore

Auch in den direkten Zweikämpfen war der Matchwinner nicht zu stoppen: Aus 19 Duellen ging er zehn Mals als Sieger hervor – Werte, an die kein anderer Akteur heranreichte. Selbst in der Defensivarbeit wusste er zu überzeugen: Nur drei Spieler verzeichneten mehr als seine drei Tacklings, und die drei herausgeholten Fouls teilte er sich als Höchstwert mit Carlos Baleba.

So unnötig der Platzverweis am Ende auch war – nachdem Cunha für seinen Jubelspung in den Fanblock Gelb kassierte, hätte er in der hektischen Schlussphase nicht noch einmal so risikoreich in den Zweikampf fliegen müssen –, schmälert dies seine spielentscheidende Leistung keineswegs.

Starke Frühform in der Saison 2026/27

Cunha zählt zu den wenigen Akteuren, die aus der jüngsten Negativserie der Red Devils völlig schuldlos hervorgehen. Neben Mbeumo ist er der einzige United-Profi, der in der laufenden Saison 2026/27 in allen 14 Pflichtspielen auf dem Platz stand. Mit vier Treffern rangieren beide auf Rang zwei der internen Torschützenliste – lediglich Bruno Fernandes trifft mit fünf Toren noch öfter.

Seine Schussgenauigkeit von 65 Prozent unterstreicht seine Effizienz. Zwar weisen Lisandro Martínez (66,7 %) und Joshua Zirkzee (80 %) etwas höhere Prozentwerte auf, doch kommen beide zusammen auf gerade einmal 18 Torschüsse und zwei Tore – während Cunha starke 28 Abschlüsse verzeichnet.

Zudem ist der Brasilianer der einzige United-Akteur, dem in dieser Spielzeit ein Doppelpack gelang. Seine zwei Kopfballtore rangieren knapp hinter der Spitzengruppe um Harry Maguire und Mbeumo (je drei). Auch bei den Großchancen nutzt er seine Gelegenheiten konsequent (zwei von drei verwandelt, 66,7 %).

114 bestrittene Zweikämpfe bedeuten zudem den drittbesten Wert im Kader. Hinzu kommen 40 Ballgewinne im dicht gedrängten Mittelfeld sowie eine herausragende Tackling-Quote von 66,7 Prozent, die ligaweit nur von Fernandes, Martínez und Amad Diallo übertroffen wird.

Ein Spieler, der immer alles gibt

Lediglich im Kopfballduell offenbaren sich spielerische Defizite: Von 13 Luftzweikämpfen entschied Cunha lediglich drei für sich. Da das Kopfballspiel ohnehin nie zu seinen Kernkompetenzen zählte, fällt dieser Punkt angesichts seiner sonstigen Dynamik kaum ins Gewicht.

Ob sein Glanzauftritt am Ende ausreicht, um Michael Carrick den Trainerstuhl im Old Trafford langfristig zu sichern, werden die kommenden Wochen zeigen. Sollte der Klub am Ende dennoch die Reißleine ziehen, darf sich jeder potenzielle Nachfolger zumindest auf einen der einsatzfreudigsten Profis im Kader freuen – einen Spieler, der für das United-Trikot kämpft, als ginge es um sein Leben.

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