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Snooker: Kyren Wilson verteidigt "feuriges Temperament" nach Queue-Vorfall

Kyren Wilson ist nach seinem Wutausbruch in Nanjing in die Kritik geraten.
Kyren Wilson ist nach seinem Wutausbruch in Nanjing in die Kritik geraten.ČTK / imago sportfotodienst / IMAGO

Kyren Wilson hat sein „feuriges Temperament“ verteidigt, nachdem ein Vorfall bei der International Championship in Nanjing für viel Aufsehen gesorgt hatte. Nachdem er im Fünftrundenmatch gegen Liam Highfield den achten Frame zum 3:5-Rückstand abgegeben hatte, pfefferte Wilson sein Queue aggressiv auf den Tisch und stürmte aus der Arena.

Im ersten Moment sah es so aus, als richte sich Wilsons Unmut gegen den chinesischen Schiedsrichter Dai Liang. Wilson stellte die Situation klar und bedauerte diesen Eindruck, entschuldigte sich jedoch nicht vollends für seinen Ausraster am Tisch, den viele als respektlos empfunden hatten.

Zum Match-Center: Liam Highfield vs. Kyren Wilson

"Das ist eine schwierige Sache", sagte Wilson gegenüber der World Snooker Tour. "Ich war schon immer ein feuriger Typ. Ein gewisses Temperament hat schon immer in mir gesteckt. Genau das hat mich über die Jahre auch zu einem Sieger gemacht. Ich habe das Gefühl, dass dieses kleine Feuer im Bauch manchmal den Unterschied ausmacht. Es war etwas, das einfach aus mir herausmusste."

"Ich hatte meine Emotionen über acht Frames hinweg angestaut. Ich spiele schon seit vielen Jahren gegen Liam – seit wir etwa elf Jahre alt waren. Er hat seinen Spielstil geändert, um es mal vorsichtig auszudrücken, und das hat mich im Laufe der acht Frames einfach frustriert."

"Ich sage nicht, dass es die feine englische Art war, aber für mich war es in diesem Moment genau das Richtige, um mich wieder aufzubauen und neu zu motivieren. Das Einzige, was ich bereue, ist, dass es so aussah, als hätte sich mein Frust gegen den Schiedsrichter gerichtet. Deshalb habe ich ihm vor dem heutigen Spiel einen Cupcake mitgebracht, um mich zu entschuldigen. Es hatte absolut nichts mit ihm zu tun."

Wutausbruch mit Wirkung

„Dafür übernehme ich die Verantwortung. Aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wie leidenschaftlich ich mein Spiel und meine Leistung lebe."

Wilsons Wutausbruch mag zwar einige verärgert haben, erzielte aber offenbar die gewünschte Wirkung: Er verhalf ihm dazu, die Partie gegen Highfield noch zu drehen. Nach seiner Rückkehr an den Tisch drehte Wilson mit Breaks von 51, 127 und 75 den späten Rückstand und sicherte sich noch den 6:5-Sieg.

Wilson befindet sich derzeit in hervorragender Form, nachdem er vor Kurzem zum zweiten Mal in seiner Karriere die Alex Higgins Trophy gewinnen konnte. Ende Oktober bezwang der 34-Jährige Jak Jones in der Waterfront Hall in Belfast souverän mit 9:2 und sicherte sich damit den Titel bei den Northern Ireland Open.

Zu Beginn der Saison sah es phasenweise so aus, als könnte Wilson Mühe haben, seinen Platz in den Top 16 zu verteidigen – bedingt durch die vielen Weltranglistenpunkte, die er in diesem Jahr zu verteidigen hat. In der vorläufigen Race to the Crucible-Wertung war er zwischenzeitlich aus dem Elite-Feld gerutscht, liegt nun aber wieder auf Rang 15. Bei einem weiteren tiefen Turnierlauf in Nanjing dürfte es für ihn noch weiter nach oben gehen.

Wilson freut sich auf Barbican

Am Horizont wartet zudem die renommierte UK Championship – der einzige Triple Crown-Titel, der in seiner Sammlung noch fehlt. "Es ist eine großartige Phase der Saison", sagte Wilson. "Zuerst stehen die Northern Ireland Open an, dann reist man direkt weiter zur International Championship. Danach folgt das Champion of Champions – vorausgesetzt, man hat sich durch einen Turniersieg dafür qualifiziert – und schließlich geht es zur UK Championship."

"Es ist eine Phase im Jahr, die ich immer sehr genieße. Ich finde, dass die Spielbedingungen um diese Jahreszeit meist besser sind, besonders in Großbritannien, wo es etwas kühler ist. Ich liebe York als Stadt und den Barbican als Austragungsort – ich freue mich also schon riesig darauf, dabei zu sein."

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