"Gefällt mir nicht": Flick rügt Yamal wegen Palästina-Flagge

Yamal bei der Busparade
Yamal bei der BusparadeREUTERS/Albert Gea

Meistercoach Hansi Flick vom FC Barcelona hat sich von seinem Jungstar Lamine Yamal und dessen öffentlicher Unterstützung für Palästina bei der Titelfeier der Katalanen distanziert. "Das sind Dinge, die ich normalerweise nicht mag", sagte der frühere Bundestrainer und ergänzte: "Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihm gesagt: Wenn er es tun möchte, ist das seine Entscheidung – schließlich ist er erwachsen."

Flick ließ jedoch durchblicken, dass er von der Aktion wenig begeistert war. "Unsere Aufgabe ist es, Fußball zu spielen, und wir müssen uns stets vor Augen halten, was die Menschen von uns erwarten", sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Deportivo Alavés am Mittwoch (21.30 Uhr/DAZN).

"Wenn ich Menschen auf der Straße sehe, die vor Rührung weinen, wird einem bewusst, warum wir hier sind – und für mich ist genau das das Wichtigste", führte Flick aus, "das hat absolute Priorität."

Yamal hatte bei der Fahrt durch Barcelona im offenen Team-Bus eine große Palästina-Fahne geschwenkt. Im Netz bekam er dafür auch viel Lob. Selbst Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte sich positiv. Sein Land habe den Staat Palästina "anerkannt", sagte er und bekräftigte dessen "Existenzrecht". Sánchez gilt als einer der größten Israel-Kritiker in der europäischen Politik.

Barcelona hatte sich mit dem 2:0 im Clásico gegen den Erzrivalen Real Madrid am Sonntagabend drei Spieltage vor Saisonende vorzeitig den Titel gesichert – es war die zweite Meisterschaft unter Flick in Serie. Der Parade am Montag sollen in den Straßen Barcelonas rund 750.000 Menschen beigewohnt haben.