Iranische Behörden beschlagnahmen Besitz von Ex-Bundesliga-Profi Ali Karimi

Karimi während einer Trainigseinheit mit den Bayern (2006)
Karimi während einer Trainigseinheit mit den Bayern (2006) ČTK / imago sportfotodienst / MIS

Die iranischen Behörden haben die Beschlagnahmung mutmaßlicher Immobilien des früheren Bayern-Profis Ali Karimi angeordnet. Der ehemalige iranische Fußball-Nationalspieler gilt als regierungskritisch und lebt seit 2022 im Exil.

Der 47-Jährige, der von 2005 bis 2007 für den deutschen Rekordmeister FC Bayern spielte, sei ein "Verräter des Heimatlandes, der seit Jahren umfangreich bei der Unterstützung des Feindes aktiv ist", begründete die Justiz-Nachrichtenagentur "Misan" den Schritt am Montag. Zwei Gewerbe- und vier Wohnimmobilien Karimis seien "identifiziert und auf gerichtliche Anweisung beschlagnahmt worden".

Politisch aktiv

Der frühere Mittelfeldspieler hatte sich in den vergangenen Jahren in Onlinediensten immer wieder kritisch zur politischen Lage in seiner Heimat geäußert und Proteste gegen die Machthaber in Teheran unterstützt. 2022 wurde Ali Karimi von den Behörden seines Heimatlandes in Abwesenheit wegen Unterstützung der Massenproteste nach dem Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini angeklagt.

Karimi befürwortet den Krieg im Iran und hat sich in der Vergangenheit mehrfach als aktiver Unterstützer der Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump geäußert. Dafür wirbt er mit dem Slogan "Make Iran Great Again". Seiner Ansicht nach, kann das islamische Regime nur durch militärische Maßnahmen zum Rücktritt gebracht werden. 

Nach einer weiteren regierungskritischen Protestwelle zum Jahreswechsel und seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel hatte die iranische Justiz immer wieder damit gedroht, den Besitz von Menschen, die als Bedrohung der nationalen Sicherheit eingestuft werden, zu beschlagnahmen.