Bereits im vergangenen Sommer sorgte die Hängepartie um Alexander Isak für Unruhe in der Kabine und erschwerte die Suche nach adäquatem Ersatz. Yoane Wissa, der von Brentford kam, wurde prompt vom Verletzungspech ausgebremst, während Nick Woltemade nach einem vielversprechenden Start inzwischen völlig den Anschluss verloren hat.
Die Formkurve des Deutschen ist dramatisch eingebrochen: Seit seinem Doppelpack gegen Chelsea am 20. Dezember wartet er auf ein Tor in der Premier League; sein einziger Treffer seither gelang ihm im Februar im FA Cup gegen Aston Villa. Es überrascht daher kaum, dass Eddie Howe ihn seit dem 2. Dezember nicht mehr über die volle Distanz eingesetzt hat. Woltemade selbst macht aus seinem Frust kein Hehl – Atletico Madrid wird bereits als potenzieller Abnehmer gehandelt.
Mit nur zehn Toren und vier Vorlagen in 49 Pflichtspielen bleibt der 24-Jährige weit hinter den Ansprüchen im St. James' Park zurück. Zudem unterstreicht seine Passquote von lediglich 77,51 % – der zweitschlechteste Wert aller Newcastle-Feldspieler – seine aktuelle Formkrise. Sollten er und Wissa den Klub im Sommer verlassen, stünde die Transferpolitik der Verantwortlichen vor dem Scherbenhaufen, zumal ein gewinnbringender Verkauf angesichts gesunkener Marktwerte kaum realistisch erscheint.
Gordon-Wechsel zu den Bayern als Schock
Als wäre die Sturm-Misere nicht genug, trifft die Nachricht über die Einigung zwischen Top-Scorer Anthony Gordon und dem FC Bayern München die Fans wie ein Schlag. Berichten aus Deutschland zufolge stehen die Verhandlungen über die Ablöse kurz bevor: Während Newcastle rund 86 Millionen Pfund fordert, hofft München auf einen Einstiegspreis von etwa 60 Millionen.
Dass Gordon aufgrund der Financial-Fair-Play-Regularien als Verkaufskandidat gilt, wurde lange spekuliert. Dennoch wäre sein Abgang ein massiver Rückschlag für Eddie Howes Ambitionen, den Klub dauerhaft in der Elite zu etablieren. In der laufenden Saison unterstrich der 25-jährige Engländer seinen Wert mit 17 Toren und fünf Vorlagen in allen Wettbewerben – eine beeindruckende Quote für einen gelernten Flügelstürmer. Er führt damit die interne Torschützenliste an und überzeugt zudem mit einer Abschlussgenauigkeit von 62,12 %.
Überragende Statistiken im Vergleich
Zwar weisen Woltemade und William Osula auf dem Papier eine leicht bessere Chancenverwertung als Gordons 19,54 % auf, doch diese Zahlen täuschen: Gordon gab 87 Torschüsse ab, während seine Kollegen lediglich auf 48 bzw. 33 Versuche kamen. Zudem bewies er Nervenstärke und verwandelte alle neun Elfmeter, die ihm in der Saison 2025/26 übertragen wurden.

Auch in der Dynamik ist er unverzichtbar: Mit zehn registrierten schnellen Gegenstößen liegt er mannschaftsintern nur knapp hinter Harvey Barnes (12). Besonders deutlich wird der Qualitätsunterschied in den Eins-gegen-Eins-Duellen: Gordons Erfolgsquote von 48,43 % lässt Woltemade (39,08 %) und Wissa (30,85 %) alt aussehen.
Triste Aussichten: 2026/27 ohne Europa
Die finanziellen Zwänge zwingen Newcastle nun offenbar dazu, ihren besten Akteur zu opfern, um die Bilanz auszugleichen. Damit reißt Gordon eine Lücke, die kaum zu schließen ist, bevor die Probleme um Wissa und Woltemade überhaupt gelöst sind.

Zwar steht der Klub heute solider da als unter Mike Ashley, doch der von den saudischen Eignern versprochene kometenhafte Aufstieg lässt weiter auf sich warten. Das Verpassen des europäischen Wettbewerbs für die Saison 2026/27 beschädigt die Strahlkraft der Marke Newcastle zusätzlich – insbesondere, wenn weitere Leistungsträger die Flucht nach vorne antreten. Eddie Howe bleibt in dieser stürmischen Phase nur die Rolle des Krisenmanagers, dem man beim Versuch, das Ruder herumzureißen, gefühlt eine Hand auf den Rücken gebunden hat.

