Die Europäische Fußball-Union (UEFA), forderte Hallgrimsson nach dem 1:1 (1:0) in der Nations League gegen Israel im irischen Fernsehsender RTE, müsse nun "eingreifen und etwas unternehmen". Die beiden Nationen sollte nicht mehr gegeneinander spielen, betonte der 59-Jährige, "aber das ist nicht unsere Entscheidung, sondern die der UEFA". Er wünsche jedenfalls "keiner Nationalmannschaft, dass sie das durchmachen muss, was wir in den vergangenen zwei Wochen durchmachen mussten".
Als "Albtraum" betitelte die Irish Times die Länderspielphase der Iren. Hallgrimsson selbst hatte den Konflikt mit Israel durch Aussagen bei der Nominierung des Kaders angeheizt, am Sonntag sagte er erneut, er hätte diese besser unterlassen. So aber wurden beide Spiele von hitzigen politischen Debatten begleitet. Nach den Spannungen rund um das erste Aufeinandertreffen eine Woche zuvor, einem 3:0-Sieg der Iren auf neutralem Boden im ungarischen Debrecen, war auch am Sonntag, diesmal in Serbien, der Sport schnell in den Hintergund gerückt.
Vorwurf der Spuckattacke
Wie schon im Hinspiel neigten die Iren ihren Kopf während der israelischen Hymne zu Boden, verzichteten auf das Abklatschen und spielten mit schwarzen Armbinden - im Gedenken an die Opfer des Konflikts im Gazastreifen. Gleichzeitig lief diesmal auch die israelische Mannschaft mit Trauerflor auf, sie gedachte dabei der Opfer des Terrorangriffs der Hamas am 7. Oktober 2023.
Zum Match-Center: Irland vs. Israel
Auch auf dem Feld wurden die Spannungen dann mehr als deutlich. Zur Halbzeit kam es auf dem Platz zu einer Rudelbildung, laut irischer Medien soll der Fitness-Trainer der Iren anschließend behauptet haben, dabei von einem israelischen Spieler angespuckt worden zu sein. Hallgrimsson beteuerte, die Szene nicht gesehen zu haben und verwies nach dem Spiel auf ein mögliches Disziplinarverfahren durch die UEFA. Ob der Verband den Vorfall untersuchen wird, ist offen.
Seine Mannschaft brauche nun jedenfalls erst einmal "etwas Zeit, um nachzudenken und weiterzumachen", sagte Hallgrimsson. Sein Gegenüber, Israels Nationaltrainer Ran Ben-Shimon, lobte seine Mannschaft derweil für die gelungene Reaktion nach dem Hinspiel. "Manchmal verlieren wir uns in diesen Spielen", sagte er: "Aber für uns ist das eine lange Geschichte."
Ob sie in dieser in naher Zukunft nochmal auf Irland treffen, ist fraglich. Irland, das seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern gehört, die besonders deutlich ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck gebracht haben, hatte bereits in der Vergangenheit einen Antrag gestellt, wonach es keine direkten Duelle gegen Israel geben soll. Die UEFA lehnte diesen aber ab.
