Es ist Fußball-WM in den USA - und ein Haaland steht auf dem Rasen. "Manche Dinge hören sich einfach richtig an", schrieb Norwegens Stürmerstar Erling Haaland an seine 44 Millionen Follower bei Instagram. Dazu stellte er neben dem eigenen auch ein Foto seines Vaters Alf-Inge, der hatte das Vergnügen schon bei der WM 1994. Wie falsch mutet es da also an, dass Nationaltrainer Stale Solbakken seinem Top-Star im WM-Gruppenfinale gegen Frankreich eine Pause verordnet hatte.
Doch keine Sorge! Wenn Norwegen im Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) am Dienstag in Dallas (19.00 Uhr MESZ/ARD, MagentaTV und in der Flashscore-Audioreportage) antritt, fallen die Dinge zurück in ihre gewohnte Ordnung. Mit einer ausgeruhten Stammelf um Angreifer Haaland und Spielmacher Martin Ödegaard will Norwegen den Einzug ins Achtelfinale erzwingen.
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Rotation kein Fehler
Die Entscheidung, das Gruppenspiel mit Titelfavorit Frankreich (1:4) durch eine XXL-Rotation ein Stück weit abzuschenken, bereut Solbakken auch im Nachhinein nicht. "Ganz im Gegenteil! Ich stehe zu hundert Prozent hinter meinen Entscheidungen", sagte der frühere Coach des 1. FC Köln: "Es wäre völlig unvernünftig gewesen, Haaland spielen zu lassen und dann womöglich eine Muskelverletzung zu riskieren. Ich hoffe, dass meine Entscheidung uns am Dienstag ein besseres Spiel ermöglicht – und vielleicht noch eines danach."
In Dallas wird wieder ein Haaland auf dem Rasen stehen - und seinen fünften Turniertreffer anpeilen. Mindestens. Der 25-Jährige von Manchester City ist der Zielspieler der talentierten norwegischen Offensive, die neben dem Weltklasse-Torjäger auch über technisch starke Einzelspieler wie Ödegaard und den Leipziger Antonio Nusa verfügt.
Die Elfenbeinküste, die gegen die deutsche Mannschaft erst spät 1:2 verlor, ist gewarnt. Der Fokus in der Analyse Norwegens dürfte auf Haaland liegen. In jedem seiner vergangenen zwölf Pflichtspiele für Norwegen traf er. Auf 59 Tore in 52 Länderspielen kommt Haaland inzwischen. Dass er seine herausragende Torquote auch auf der größten Bühne des Fußballs halten kann, beweist er nun auch in Nordamerika.
Kein Erwartungsdruck auf Haaland
Dabei ist Haaland im Vergleich zu anderen Stürmerstars in einer angenehmen Situation. Kylian Mbappé? Ist mit Frankreich, der vermeintlich besten Mannschaft im Turnier, zum WM-Titel verdammt. Lionel Messi? Soll Argentinien wie 2022 zum Weltmeister machen. Harry Kane? Trägt die Sehnsüchte Englands auf seinen Schultern. Vinicius Junior? Muss in Brasilien aus dem langen Schatten Neymars hervortreten.
Und Haaland? "Norwegen wird die WM niemals gewinnen", sagte er einmal. Schon die erste WM-Qualifikation seit 1998 ist ein Erfolg. Haaland will gewinnen, selbstverständlich. Es geht aber auch darum, Spaß zu haben und zu genießen.
Ein Erfolg ist die WM nicht nur wegen seiner vier Treffer bereits. Haaland etabliert sich in den USA auch als Marke. Sein wallendes blondes Haar und der kantige Körper machen ihn zum vermeintlich perfekten "Wikinger". In Interviews und den Sozialen Medien bleibt er authentisch, witzig und selbstironisch. Wenn er unerkannt durch New York schlendert und über die ungewohnte Unbekanntheit frotzelt, wirkt es nicht künstlich inszeniert. Das kommt gut an.
Im Kerngeschäft geht es für Haaland aber weiterhin um Fußball, so auch im WM-Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste. Dann steht wieder Haaland auf dem Rasen.
