Beide Mannschaften stehen unter Zugzwang: Nur ein Sieg hält die Hoffnung auf das Achtelfinale am Leben. Entsprechend kämpferisch gab sich Lopetegui auf der Pressekonferenz am Dienstag: Seine Mannschaft werde auf dem Platz "bis zum Äußersten kämpfen".
Die Vorzeichen stehen allerdings unter keinem guten Stern. Katar geht mit einer schweren 0:6-Klatsche gegen Kanada im Rücken in die Partie. Zudem fehlen dem Team zwei wichtige Stützen: Verteidiger Homam Ahmed und Mittelfeldspieler Assim Madibo sahen im vergangenen Spiel jeweils die Rote Karte und sind gesperrt.

Besonders der Platzverweis von Madibo hallte nach. Nach einem unglücklichen Foul brach sich der kanadische Mittelfeldspieler Ismael Koné das Bein. Lopetegui betonte jedoch die tiefe Reue seines Spielers, der Koné daraufhin sogar im Krankenhaus in Vancouver besuchte: "Assim war von dieser schweren Verletzung zutiefst betroffen. So etwas war niemals seine Absicht."
Die deutliche Niederlage hat die Mannschaft, die auch als "Die Maroons" bekannt ist, inzwischen jedoch abgehakt. "Wir konzentrieren uns jetzt voll und ganz auf die morgige Aufgabe", erklärte der Coach. Vor dem entscheidenden Duell – beide Teams halten derzeit bei einem Punkt – verspürt Lopetegui keinen negativen Druck: "Ganz im Gegenteil: Wir spüren keinen Druck, sondern Ehrgeiz und pure Vorfreude."
Respekt vor Bosnien und Dank an die Fans
Es ist das erste Mal, dass sich Katar auf sportlichem Weg für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hat (beim Debüt 2022 war das Land als Gastgeber automatisch gesetzt). Dass die Trauben gegen Bosnien hoch hängen, ist dem Trainer bewusst. Lopetegui beschrieb den Gegner als "körperlich und technisch stark" und erinnerte daran, dass die Bosnier auf ihrem Weg zur WM immerhin Hochkaräter wie Wales und Italien ausgeschaltet haben. "Sie haben enorme Qualität. Wir müssen unsere eigenen Stärken ausspielen und als geschlossene Einheit auftreten."
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Dass die Moral im Team intakt ist, bestätigte auch Stürmer Ahmed Al-Aaeldin. Die Mannschaft sei nach dem Kanada-Debakel nur noch enger zusammengerückt. Großen Rückhalt geben den Spielern dabei die eigenen Fans, die das Team in den USA lautstark unterstützen.
"Die Atmosphäre beim Kanada-Spiel und beim 1:1-Unentschieden gegen die Schweiz war unglaublich. Es fühlte sich an, als würden wir in Katar spielen und nicht in den USA", schwärmte Al-Aaeldin. "So Gott will, werden wir versuchen, den Fans auf dem Platz zumindest einen kleinen Teil von dem zurückzugeben, was sie uns auf diesem Weg gegeben haben."
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