Über weite Strecken bot das Spiel der Gruppe L zähe Kost – und genau das war der Plan der Ghanaer. In der gesamten ersten Halbzeit gab es keinen einzigen Schuss auf das Tor; England verbuchte zeitweise bis zu 80 % Ballbesitz, fand aber keine Lücken im afrikanischen Abwehrbollwerk.
"Ich kann keinen Samba spielen, wenn sie Rock'n'Roll spielen", erklärte der 73-jährige Queiroz gewohnt bildhaft. "Das Ziel war genau, die erste Halbzeit mit einer frustrierten englischen Mannschaft und ohne Lösungen zu beenden."
Aufregung um verweigerten Elfmeter
Zwar erhöhte England nach der Pause den Druck – unter anderem trafen Nico O'Reilly per Kopf die Latte und Harry Kane vergab knapp –, doch Ghana hielt dem Ansturm stand. Für Queiroz, der England in aller Bescheidenheit den WM-Titel zutraut, ein gerechtes Ergebnis und ein riesiger Erfolg für seine Mannschaft.
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Trotz aller Freude über den Punktgewinn sorgte eine strittige Szene in der 79. Minute für mächtig Zündstoff. Ghanas Angreifer Prince Adu sprintete allein auf das englische Tor zu und wurde von Verteidiger Ezri Konsa per Grätsche gestoppt. Da Konsa den Ball verfehlte, war die Szene für Queiroz ein glasklares Vergehen – doch der Pfiff blieb aus.
Besonders das Ausbleiben einer Reaktion des Videoassistenten (VAR) erzürnte den Coach: Der VAR habe sich wohl "einen Kaffee geholt, was ja normal ist". Es hätte laut Queiroz einen klaren Elfmeter und eine Rote Karte geben müssen. Schiedsrichter Hector Said Martinez wurde nicht einmal an den Bildschirm gebeten.
Seinen Humor verlor der erfahrene Coach, der bereits seine fünfte WM bestreitet, dennoch nicht ganz. Angespielt auf die harte Gangart scherzte er: "Man muss einen hohen Preis zahlen, um Punkte zu bekommen. Wahrscheinlich, weil wir in den Vereinigten Staaten sind, wo alles teuer ist."

Nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen Panama und dem jetzigen Remis gegen England hat Ghana genau wie die Engländer vier Punkte auf dem Konto. Damit ist den Afrikanern der Einzug in die K.-o.-Runde der letzten 32 Teams so gut wie sicher.
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