Ordentlich Stunk - Heftige Kritik bei Algerien und Tunesien

Luca Zidane
Luca ZidaneČTK / imago sportfotodienst / Pawel Andrachiewicz

Während Algerien vor dem richtungsweisenden WM-Duell gegen Jordanien Ruhe bewahren will, sorgt Tunesiens vorzeitiges Ausscheiden weiter für Nachwirkungen. Vladimir Petkovic verteidigt seinen Torhüter Luca Zidane, Ali Abdi erhebt schwere Vorwürfe gegen den tunesischen Verband.

Nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen Argentinien ist Algeriens Torhüter Luca Zidane in die Kritik geraten. Der Sohn von Zinedine Zidane musste gegen den von drei Treffern von Lionel Messi angeführten Weltmeister drei Gegentore hinnehmen.

Für Teamchef Vladimir Petkovic gibt es dennoch keinen Grund, seinen Schlussmann infrage zu stellen. „Jeder hat das Recht, Fehler zu machen. Ich bin sehr überzeugt von seinen Fähigkeiten“, erklärte der 62-Jährige vor dem wichtigen zweiten Gruppenspiel gegen Jordanien.

Auch weitere Nachfragen zu möglicher Kritik innerhalb Algeriens ließ Petkovic nicht gelten. „Ich lese nichts. Ich habe keine Social-Media-Accounts“, betonte der Trainer und versuchte damit, den Fokus vollständig auf die sportliche Aufgabe zu lenken.

Tunesien versinkt nach WM-Aus im Chaos

Deutlich turbulenter ist die Lage bei Tunesien. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden meldete sich Verteidiger Ali Abdi mit einer bemerkenswert offenen Abrechnung zu Wort. Nach den deutlichen Niederlagen gegen Schweden (1:5) und Japan (0:4) kritisierte der Außenverteidiger vor allem die fehlende Kontinuität im Nationalteam.

„Wir reisen zu einer Weltmeisterschaft mit Spielern, die noch nie zusammen gespielt haben. Man kann sich nicht auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten, indem man nur ein paar Spiele gegen Gegner bestreitet, die sich jahrelang vorbereitet haben.“

Besonders ärgerte Abdi die ständigen personellen Veränderungen innerhalb der Mannschaft. „Wir reißen jedes Mal alles ab und bauen es neu auf, anstatt die Fehler zu beheben.“

Tränen und Entschuldigung an die Fans

Während des Interviews zeigte sich der Verteidiger emotional und kämpfte mehrfach mit den Tränen. Tunesien war mit dem Ziel angereist, erstmals in der Geschichte die K.O.-Phase einer Weltmeisterschaft zu erreichen, präsentierte sich jedoch über weite Strecken überfordert.

„Ich entschuldige mich bei den tunesischen Fans“, sagte Abdi. Gleichzeitig kritisierte er Personen im Umfeld des Verbandes, die seiner Ansicht nach nicht im Interesse des Landes handeln würden.

Die Spannungen innerhalb des tunesischen Fußballs hatten sich bereits während des Turniers angedeutet. Nach dem ersten Gruppenspiel wurde Trainer Sabri Lamouchi entlassen und kurzfristig durch Herve Renard ersetzt. Dazu kamen Berichte über interne Konflikte und Unstimmigkeiten im Mannschaftsumfeld.