Südafrika-Trainer Broos über sein Vermächtnis und den kommenden Gegner Südkorea

Hugo Broos könnte sein letztes Spiel für Südafrika bestreiten.
Hugo Broos könnte sein letztes Spiel für Südafrika bestreiten.JULIO CESAR AGUILAR / AFP

Hugo Broos ist fest davon überzeugt, dass die WM-Reise mit Südafrika am Mittwoch noch nicht zu Ende ist. Im entscheidenden letzten Gruppenspiel der Gruppe A trifft sein Team in Monterrey auf Südkorea. Für Broos ist das Turnier ohnehin historisch: Nach 40 Jahren an der Seitenlinie hat er angekündigt, seine Trainerkarriere nach der Weltmeisterschaft zu beenden. Doch ein Abschied gegen die Koreaner kommt für ihn nicht infrage. Ein Sieg könnte "Bafana Bafana" auf den zweiten Tabellenplatz katapultieren, während eine Niederlage das vorzeitige Aus und die Heimreise bedeuten würde.

"Es wird ein besonderes und emotionales, aber auch ein sehr schweres Spiel für beide Seiten", erklärte Broos vor Journalisten. "Südkorea ist eine exzellente und taktisch hochdisziplinierte Mannschaft. Um zu gewinnen, muss Südafrika morgen eine absolute Topleistung abrufen."

Zur taktischen Ausrichtung hielt sich der Coach bedeckt: "Konkrete Pläne werde ich natürlich nicht verraten. Aber ich weiß genau, dass Südkorea physisch stark ist und über 90 Minuten ein extrem hohes Tempo gehen kann. Jeder Spieler dort kennt seine Rolle genau und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Für uns wird es entscheidend sein, ihre Stärken zu neutralisieren und ihre Schwächen konsequent auszunutzen. Wir werden alles investieren, um dieses Spiel zu gewinnen."

Eigenes Vermächtnis? Für Broos zweitrangig

Broos räumte jedoch ein, dass das Klima und die Reisestrapazen innerhalb der USA und Mexikos Spuren bei seinen Spielern hinterlassen haben. "Die Hitze hier ist extrem, die Akklimatisierung fällt schwer. Schon während meiner eigenen aktiven Karriere als Spieler hatte ich immer Mühe, unter solchen Bedingungen meine Leistung zu bringen", gestand er. "Da Südafrika jedoch ein afrikanisches Team ist, stecken wir das vielleicht etwas besser weg. Morgen wird sich zeigen, wer sich schneller anpasst."

Zum Match-Center: Südafrika vs. Südkorea

Auch die Reisewege seien eine enorme Belastung: "Von Mexiko-Stadt nach Atlanta und weiter nach Monterrey – der ständige Ortswechsel und der Jetlag führen zu einem extrem engen und fordernden Zeitplan. Einfach ist das sicher nicht, aber das sind nun mal die Regeln einer Weltmeisterschaft, auf die man sich einstellen muss."

Dennoch sieht Broos eine klare Entwicklung. Nach einer 0:2-Auftaktniederlage gegen Co-Gastgeber Mexiko und einem 1:1-Unentschieden gegen Tschechien habe seine Mannschaft die Intensität des Turniers inzwischen verinnerlicht. "Gegen Mexiko fehlte uns noch die nötige Turniererfahrung, da waren wir physisch und mental etwas überfordert. Gegen die Tschechen haben wir uns aber deutlich gesteigert. Das morgige Spiel ist Motivation pur. Die Jungs sind bereit, bis zur letzten Sekunde alles zu geben."

Gedanken über sein persönliches Vermächtnis macht sich der Trainerroutinier unterdessen kaum. "Wie man sich später an mich erinnert, ist mir völlig egal. Das Einzige, was zählt, ist der Erfolg. Dies ist meine erste und gleichzeitig meine letzte Weltmeisterschaft als Trainer – deshalb will ich dieses Kapitel positiv abschließen. Unser klares Ziel ist der Einzug in die K.o.-Runde der besten 32 Teams."

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