Yassine Bounou: Marokkos unerschütterlicher Glaube als Schlüssel zum WM-Erfolg

Marokkos Yassine Bounou freut sich auf die WM 2026.
Marokkos Yassine Bounou freut sich auf die WM 2026.Reuters / Siphiwe Sibeko

Für die marokkanische Nationalmannschaft rückt der Startschuss zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 immer näher. Vor dem Auftakt am Sonntag, den 14. Juni, betonte Keeper Yassine Bounou – besser bekannt als "Bono" –, dass vor allem die enorme Qualität im Kader die Mannschaft beflügeln soll. Die "Atlas-Löwen" starten in der anspruchsvollen Gruppe C direkt mit einem echten Kracher: Im MetLife Stadium geht es im ersten Gruppenspiel gegen Brasilien. Die weiteren Gegner in der Vorrunde heißen Haiti und Schottland.

Für Marokko ist es bereits die siebte Teilnahme an einer WM-Endrunde nach 1970, 1986, 1994, 1998, 2018 und dem historischen Turnier 2022. In Katar schrieben die Nordafrikaner Geschichte: Als erstes afrikanisches und arabisches Land überhaupt stießen sie bis ins Halbfinale vor und feierten mit Platz vier den größten Erfolg eines Teams ihres Kontinents in der WM-Historie. Auf dem Weg dorthin warfen sie Schwergewichte wie Belgien, Spanien und Portugal aus dem Turnier.

Auch vor dem Turnier 2026 ist der erfahrene Bounou, der das Team als Führungsspieler anführt, vollkommen davon überzeugt, dass die Atlas-Löwen erneut eine starke Rolle spielen können. „Die Qualität der Spieler ist weiterhin vorhanden“, erklärte der Torhüter im Interview mit FIFA.com. "Auch die richtige Einstellung wird da sein. Es ist eine Weltmeisterschaft – davon träumt jeder Spieler. Für manche könnte es das letzte Mal sein, für andere ist es das erste Mal."

Auf die Frage, ob Marokko diesmal sogar um den Titel mitspielen könne, blieb der Keeper von Al Hilal jedoch realistisch: "Um ehrlich zu sein: Es gibt Mannschaften, die größere Favoriten sind als wir. Aber wir befinden uns seit 2022 auf einem kontinuierlichen Entwicklungsweg und wollen genau daran anknüpfen. Niemand kann vorhersagen, wie weit es diesmal für uns gehen wird." Ein Faktor habe sich jedoch spürbar verändert: "Wir spüren, dass man uns inzwischen mit viel Respekt begegnet, und das gibt uns enorm viel Selbstvertrauen. Es gibt einen tiefen Glauben an uns – ein Gefühl, das wir als afrikanisches Team früher vielleicht nicht so kannten."

Bounou in Topform: Bereit für das nächste Kapitel

Beim Rückblick auf das Wintermärchen von Katar gerät der ehemalige Torwart des FC Sevilla ins Schwärmen: "2022 war die Atmosphäre wirklich unglaublich. Wir waren alle fest entschlossen, unseren Platz in der Geschichte des marokkanischen und afrikanischen Fußballs zu sichern."

Dass Bounou auch mit 35 Jahren kein bisschen nachgelassen hat, beweisen seine beeindruckenden Statistiken: In seinen vergangenen 37 Einsätzen für die Nationalmannschaft musste der Al-Hilal-Keeper lediglich 14 Gegentore hinnehmen – ein herausragender Schnitt von gerade einmal 0,37 Gegentreffern pro Spiel. "Dank meiner Erfahrung bin ich mental wahrscheinlich sogar noch besser vorbereitet. Mein Hauptziel ist es, das Turnier mit echter Freude anzugehen, alles zu geben und vor allem am Ende keine Reue zu haben", so Bounou.

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Für das Turnier in Nordamerika gibt er sich kämpferisch: "Bei der WM 2026 wird Marokko dem Weltfußball erneut seinen Stempel aufdrücken. Ich bin sicher, dass das marokkanische Volk stolz auf diese Mannschaft sein wird. Hoffen wir, dass wir wieder etwas ganz Großes schaffen – genau wie 2022."

Fahrplan der Atlas-Löwen

Die WM-Geschichte Marokkos begann 1970 in Mexiko. Damals schied das Team zwar in der Vorrunde aus, bewies aber unter anderem beim beachtlichen 1:1 gegen Bulgarien früh, dass es mit etablierten Fußballnationen mithalten kann. 56 Jahre später soll nun das nächste große Kapitel geschrieben werden.

Nach dem Eröffnungs-Highlight gegen Brasilien trifft Marokko am 20. Juni im Boston Stadium auf Schottland, bevor die Gruppenphase am 25. Juni im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta gegen Haiti abgeschlossen wird.

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