Die Füchse-Spieler um Mathias Gidsel hüpften nach der Schlusssirene im Kreis, auf den Rängen feierten die Fans euphorisch. Der deutsche Meister um Welthandballer Gidsel erstickte beim 42:33 (22:17) im einseitigen Endspiel des Final Four in Köln eine weitere Sensation des Überraschungsteams Bergischer HC im Keim und wiederholte den bislang einzigen Triumph im DHB-Pokal von 2014.
"Unfassbar, dass wir das an diesem Wochenende geschafft haben", sagte Gidsel in der ARD. "Zum ersten Mal nach zwölf Jahren den Pokal für den Verein zu gewinnen, macht mich extrem stolz und bedeutet mir sehr, sehr viel."
Gidsel, der erstmals in seiner erfolgreichen Karriere einen Titel im Kölner Handball-Tempel gewann, glänzte vor 19.750 Zuschauern in der Lanxess Arena einmal mehr mit neun Treffern. Bester Schütze im torreichsten Finale der Pokal-Historie war aber sein dänischer Landsmann Lasse Andersson (zehn Tore). Nach einem Zwischensprint vor der Pause ließ der Favorit im zweiten Abschnitt keinen Zweifel aufkommen.
Nach der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte und dem Einzug ins Champions-League-Finale im Vorjahr ist es der nächste große Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte des Hauptstadt-Klubs. Zudem darf sich der neue Pokalsieger über ein Preisgeld von 200.000 Euro freuen.
Keine weitere BHC-Sensation
Für den BHC, der am Vortag sensationell Champions-League-Sieger SC Magdeburg in einem Siebenmeter-Krimi im Halbfinale bezwungen hatte, platzte bei der ersten Final-Teilnahme der Traum vom ganz großen Coup. Durch den Finaleinzug schrieb das Team aus Wuppertal und Solingen aber dennoch die spektakulärste Geschichte des Wochenendes.
"Gegen 2 Uhr habe ich es geschafft, zu schlafen. Aber das ist keine Ausrede. Heute Vollgas", sagte BHC-Profi Noah Beyer, der im Halbfinale den entscheidenden Siebenmeter verwandelt hatte, unmittelbar vor dem Final-Anwurf in der ARD. Er versicherte: "Wir sind bereit, genau das Gleiche wie gestern noch einmal zu machen."
Die Bergischen starteten nervös und hatten Glück, nicht frühzeitig mit drei Treffern in Rückstand zu geraten. Doch beim 5:5 (7.) durch Sören Steinhaus war die Partie wieder ausgeglichen. Allerdings gaben die Füchse stets den Ton an und erkämpften sich beim 13:10 (18.) ihre erste Drei-Tore-Führung.
Lichtlein zeigt seine "Killermentalität"
"Es sind viele schnelle Gegentore, wir müssen schauen, dass wir den Rückzug besser hinbekommen", forderte BHC-Trainer Markus Pütz in seiner ersten Auszeit. Auch ohne eine wie am Samstag überragende Deckung kämpfte sich der Aufsteiger über das 14:13 (21.) und 17:16 (27.) zweimal wieder auf ein Tor heran.
Durch einen 5:1-Zwischenspurt wuchs der Vorsprung aber wieder auf fünf Treffer. Jetzt, meinte Bundestrainer Alfred Gislason in der ARD, brauche der BHC "eine perfekte zweite Halbzeit, um von einem Sieg zu träumen".
Doch davon waren die Bergischen trotz eines aufopferungsvollen Kampfes weit entfernt. Anders als der SCM am Vortag bewiesen die Füchse um den starken Nationalspieler Nils Lichtlein echte Killermentalität: Beim 34:26 (47.) durch Max Darj wuchs der Vorsprung erstmals auf acht Treffer - die Vorentscheidung.
Zum match-Center: Füchse Berlin vs. Bergischer HC
