Bereits in der ersten Spielminute sorgte ein hartes Einsteigen von GAK-Spieler Alexander Hofleitner gegen Hartberg-Kapitän Paul Komposch für Aufregung. Der Verteidiger musste wenig später verletzt ausgewechselt werden. Eine Gelbe Karte gab es für Hofleitner nicht.
Hartberg-Trainer Markus Schopp zeigte sich nach der Partie entsprechend aufgebracht. „Mein Spieler ist schwer verletzt. Ich verlange von den Schiedsrichtern, dass sie sich vorbereiten. Für mich entzieht es sich jeglicher Logik, dass der Spieler noch am Platz ist“, kritisierte der 51-Jährige.
Schopp verwies dabei auch auf die jüngste schwere Verletzung von Sturm-Torhüter Daniil Khudjakov im Grazer Derby. Aus seiner Sicht müssten die Unparteiischen bei derartigen Situationen konsequenter eingreifen.
GAK-Trainer Gerald Scheiblehner wies den Vorwurf einer überharten Spielweise zurück. „Es ist keine Vorgabe, dass wir Spieler verletzen, sondern aggressiv gegen den Ball sind. Es tut mir maximal leid für den Spieler“, erklärte der Coach.

Schopp stolz auf jüngste Startelf und Vereinsrekord
Sportlich hatten die Hartberger die Begegnung weitgehend im Griff. Mit der laut Sky jüngsten Startelf der Bundesliga-Geschichte, deren Durchschnittsalter knapp unter 23 Jahren lag, dominierten die Gäste vor allem die Anfangsphase.
Marco Hoffmann brachte die Oststeirer mit einem sehenswerten Fersentreffer in Führung (12.) und erhöhte wenig später auf 2:0 (25.). Für den Angreifer war es bereits das achte Saisontor.
Nach der Pause sorgte Nikolaus Feldhofer mit dem dritten Treffer (63.) für die Vorentscheidung. Ein kurioses Eigentor von Donovan Pines stellte drei Minuten später den 4:0-Endstand her.
„Ich bin total stolz auf meine Jungs, weil sie es richtig, richtig gut gespielt haben“, lobte Schopp seine Mannschaft. Besonders erfreut zeigte sich der Trainer über die historische Punkteausbeute: „Mich freut es, dass sie sich mit dieser Leistung einen Vereinsrekord gesichert haben, denn so viele Punkte hatten wir nach elf Runden noch nie.“
Scheiblehner selbstkritisch: „Wir haben Riesenthemen“
Beim GAK wächst unterdessen der Druck. Nach dem 1:6 im Grazer Derby und dem 0:4 im Cup gegen Altach setzte es innerhalb kurzer Zeit die nächste deutliche Niederlage. In den jüngsten drei Heimspielen in Graz-Liebenau kassierten die Rotjacken insgesamt 14 Gegentreffer. Auch die Fans machten ihrem Unmut Luft. „Wir haben die Schnauze voll“, skandierten Teile der organisierten Anhängerschaft während der Partie.
Trainer Gerald Scheiblehner nahm nach dem Spiel vor allem die eigene taktische Ausrichtung in die Pflicht. „Wir haben uns ein Spiel zugetraut, das wir aktuell nicht umsetzen können“, erklärte der GAK-Coach. Besonders im Defensivverhalten sieht er große Probleme: „Wir wollen hoch attackieren, in der letzten Linie Eins-gegen-eins-Duelle gewinnen und zweite Bälle gewinnen. Da haben wir Riesenthemen.“
Die Verantwortung für die notwendigen Veränderungen sieht Scheiblehner bei sich selbst. „Jetzt liegt es an mir, diese Dinge zu erkennen“, stellte er klar.
Während Hartberg mit einem Vereinsrekord und viel Selbstvertrauen in die kommenden Aufgaben geht, bleibt die sportliche Situation beim GAK angespannt. Die Grazer liegen vorerst auf Rang acht, haben aber bereits sieben Punkte Rückstand auf die Oststeirer.



