Während sich der Titelverteidiger LASK gegen die SV Ried erst in der Verlängerung und mit viel Zittern durchsetzte, erlebte Meister Sturm Graz in Lustenau sein ganz persönliches Cup-Trauma. Rapid dagegen zog routiniert ins Viertelfinale ein, Altach spazierte beim GAK durch und für die Austria und den WAC lieferte auch der Cup keinen Weg aus dem Krisenmodus.
TOP – LASK und die SV Ried lieferten sich einen Cup-Fight für die Geschichtsbücher
Neun Tore, eine Verlängerung und ein Spielverlauf, der an Dramatik kaum zu überbieten war: Der LASK rettete sich gegen die SV Ried mit 5:4 nach Verlängerung ins Viertelfinale und durfte danach erst einmal tief durchatmen. Yusuf Maart brachte Ried in Front (37.), Isaac Thelin erhöhte kurz nach der Pause (47.), ehe Joao Tornich verkürzte (51.). Maart traf zum zweiten Mal zum 3:1 (76.), bevor der LASK binnen sechs Minuten noch einmal alles auf den Kopf stellte: Robert Ljubicic verkürzte auf 2:3 (84.), und Xavier Mbuyamba glich tief in der Nachspielzeit zum 3:3 aus (90+2.) – Verlängerung. Dort schlug der LASK endgültig zu: Moses Usor (111.) und Samuel Adeniran (120.) stellten auf 5:3, Philipp Pomers abgefälschter Treffer in der allerletzten Sekunde (120+1.) kam für Ried zu spät.
„Wir haben nie aufgegeben. Es war ein Sieg der Leidenschaft, ein Sieg der Arbeit", zeigte sich ein überglücklicher Dietmar Kühbauer nach dem Abpfiff, räumte aber ein: „Wir hätten es uns mit mehr Effizienz leichter machen können." Bei Ried, das lange auf dem Weg zur nächsten Cup-Sensation war, saß der Frust entsprechend tief.
FLOP – Sturm Graz schied beim Aufsteiger in Lustenau vorzeitig aus
Für Sturm Graz war der ÖFB-Cup ein erklärtes Saisonziel und ist nach dem Achtelfinale schon wieder Geschichte. Austria Lustenau fügte den Grazern bei ihrem allerersten Sieg gegen Sturm überhaupt ein 3:2 zu: Finn Jastremski traf doppelt (16., 65.), dazwischen erhöhte Dominik Weixelbraun (26.), Sturm kam durch Petar Petrovic (35.) und Simon Seidl (80.) zwar jeweils heran, mehr aber auch nicht.
Lustenau-Coach Markus Mader war entsprechend „richtig happy" über den Aufstieg, zumal seine Mannschaft zuletzt einiges an Kritik einstecken musste. Auf Sturm-Seite tat der Ausfall besonders weh: Der gesperrte Fabio Ingolitsch musste von der Tribüne aus zusehen und sprach von einem „herben Schlag", weil der Cup ein großes Saisonziel gewesen sei. Mitspieler Simon Seidl übte offene Selbstkritik: „So ein Spiel verlierst du, wenn du von Anfang an nicht die richtige Energie und Einstellung zum Spiel hast." Für Sturm ist es bereits das zweite Jahr in Serie, in dem der Cup frühzeitig endet.
TOP – Rapid „kann" jetzt auch Cup-Spiele wie jenes gegen die Vienna und steigt souverän auf
Es war nicht die State-of-the-Art-Vorstellung, aber am Ende zählt bekanntlich nur das Ergebnis: Rapid setzte sich bei Zweitligist First Vienna mit 3:0 durch und zog damit ins Viertelfinale ein – früher wäre genau so ein Spiel schon mal schiefgegangen. Yusuf Demir brachte Rapid früh in Front (18.), aber die Vienna hielt lange gut mit, ließ Goalie Niklas Hedl mehrfach eingreifen und vergab unter anderem eine Kopfballchance von Gantschnig an der Latte (77.). Erst in Halbzeit zwei machte Claudy Mbuyi mit einem Doppelpack (69., 86.) alles klar.
Kapitän Matthias Seidl blieb trotz des Siegs selbstkritisch: „Wir haben verdient gewonnen, es war aber nicht unsere beste Leistung." Auch Trainer Johannes Hoff Thorup fand, man könne das „besser", wichtiger sei aber ohnehin gewesen, überhaupt weiterzukommen, zumal er dabei auch ein paar Spieler schonen konnte. Es war bereits Rapids siebter Pflichtspielsieg in Serie, am Sonntag wartet nun das Wiener Derby gegen die Austria.
FLOP – Austria Wien und der WAC fanden auch im Cup nicht aus der Krise
Apropos Wiener Austria. Zwei Krisenklubs, zwei Cup-Blamagen: Die Austria schied gegen Hartberg nach einem 1:1 n. V. im Elfmeterschießen mit 3:5 aus, der WAC verlor gegen Zweitligist Hertha Wels mit 0:1. Bei der Austria brachte Johannes Eggestein die Veilchen nach einem Hartberg-Abwehrfehler zunächst in Führung (26.), Oliver Lukic glich noch vor der Pause aus (42.). Kelvin Boateng vergab in der Verlängerung die Chance zur Entscheidung (114.), ehe es ins Elfmeterschießen ging – dort hielt Hartberg-Goalie Luka Maric den einzigen verschossenen Elfer der Partie gegen Valentino Müller. Für Interimscoach Maximilian Uhlig, der als Nachfolger des entlassenen Stephan Helm auf eine Viererkette umstellte, war es das erste Spiel an der Seitenlinie und direkt der nächste Rückschlag vor dem Derby gegen Rapid am Sonntag.
Beim WAC lief es noch bitterer: Tolgahan Sahin brachte Hertha Wels bereits in der 4. Minute in Führung, mehr brauchte der Zweitligist gegen harmlose Wolfsberger nicht. Giacomo Vrioni (42.) und Donis Avdijaj (45+2.) vergaben die besten Chancen, Christopher Wernitznig traf noch die Latte (62.) – es blieb bei der sechsten Pflichtspielniederlage in Serie für den WAC. Auch für Neo-Trainer Manfred Schmid, der zuvor schon sein Liga-Debüt in Hartberg verloren hatte, setzte es damit die nächste Enttäuschung. Wels steht dagegen erstmals in der Vereinsgeschichte im Viertelfinale.
TOP – Altach zog beim GAK mit einem Kantersieg ins Viertelfinale ein
Während andere zitterten, machte Altach beim GAK kurzen Prozess: 4:0 hieß es am Ende und der GAK brachte in der gesamten ersten Halbzeit nicht einmal einen nennenswerten Torschuss zusammen. Yann Massombo eröffnete nach Zuspiel von Srdjan Hrstic den Torreigen (18.) und legte nach der Pause nach einem Abpraller gleich noch einmal nach (51.). Rodney Elongo-Yombo erhöhte mit einem Sehnsuchtsschuss in den Winkel nach Böckle-Flanke auf 3:0 (58.), Hrstic verwandelte schließlich einen Elfmeter nach Foul von Michael Sollbauer zum 4:0 (69.). GAK-Goalie Stankovic hielt zwar noch stark gegen Elongo-Yombo (66.), am Ergebnis änderte das aber nichts mehr.
Vier Wechsel von GAK-Trainer Gerald Scheiblehner in der zweiten Halbzeit brachten keine Wende. Altach steht damit im Viertelfinale, ehe es für beide Klubs in der Liga gleich weitergeht: Der GAK empfängt am Freitag Hartberg, Altach bittet tags darauf die SV Ried zum Duell.
