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ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 10. Runde

ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 10. Runde
ADMIRAL Bundesliga: Die Tops und Flops der 10. RundeČTK / imago sportfotodienst / FC Red Bull Salzburg GmbH

Ein Dreierpack, zwei Trainer-Rausschmisse und ein Coach, der nach dem Schlusspfiff komplett die Fassung verlor – die 10. Runde hatte mehr Nebengeräusche als manche ganze Saison.

Ganz oben lässt Rapid einfach nichts anbrennen und Salzburg hält mit einem Alleingang von Haris Tabakovic den Anschluss. Unten dagegen brennt die Hütte lichterloh: Die Austria zog nach dem x-ten Rückschlag die Reißleine, der WAC verlor auch unter seinem dritten Trainer dieser Saison und in Graz endete ein Spektakel zwischen Sturm und der SV Ried mit einem Coach, der sich den Schiedsrichtern nach dem Abpfiff noch einmal ordentlich zur Brust nahm. Damit ist klar: Auch in der 10. Runde der ADMIRAL Bundesliga war wieder jede Menge los!

 

TOP – Rapid marschiert einfach unbeirrt weiter

Fünf Tore, sechs Siege in Serie, neun aus zehn Spielen – Rapid lässt sich aktuell von niemandem aufhalten, auch nicht von Austria Lustenau. Ercan Kara (6.) und Nenad Cvetkovic (8.) sorgten für eine frühe Vorentscheidung, Yusuf Demir legte per Elfmeter nach (41.) und traf nach der Pause noch einmal (67.), Marco Tilio setzte mit dem 5:1 (85.) den Schlusspunkt. Immerhin verkürzte Haris Ismailcebioglu für Lustenau zwischenzeitlich auf 1:3 (60.), mehr als ein Trostpflaster war das aber nicht.

 

 

„Wir waren in den ersten 25, 30 Minuten richtig gut", freute sich Rapid-Coach Johannes Hoff Thorup, ärgerte sich aber, dass seine Mannschaft nach der Pause „ein bisschen zu locker" wurde. Lustenau-Trainer Markus Mader sprach Klartext: Seine Mannschaft habe die erste Halbzeit regelrecht verschlafen und die nötige Aggressivität vermissen lassen – die zweite habe zwar Hoffnung gemacht, sei aber zu spät gekommen. Rapid thront mit sechs Punkten Vorsprung an der Spitze.

 

FLOP – Austria Wien sinkt immer tiefer und wirft Helm raus

Irgendwann war auch bei der Austria das Maß voll: Nach der 1:2-Niederlage in Altach, bei der man noch selbst in Führung gegangen war, zog der Verein am Samstagabend die Notbremse und trennte sich von Cheftrainer Stephan Helm und seinem Assistenten Christian Wegleitner. Nach zehn Runden stehen für die Veilchen gerade einmal zwei Siege und sieben Punkte zu Buche – Platz neun, nur knapp vor dem Tabellenende.

 

 

Sportdirektor Tomas Zorn bedankte sich in der Klubaussendung nur noch knapp „für ihren Einsatz und ihre Arbeit für Austria Wien in den vergangenen Jahren" – mehr Worte verlor man über den Rauswurf nicht. Übernehmen muss interimistisch bis Jahresende der erst 33-jährige Max Uhlig, zuletzt Trainer der Young Violets, der gleich am Dienstag im ÖFB-Cup gegen Hartberg sein Debüt auf der Bank gibt. Wenige Tage später wartet das Wiener Derby gegen eine Rapid in Hochform. Viel Zeit zum Eingewöhnen bleibt ihm also nicht.

 

TOP – Tabakovic schießt Salzburg im Alleingang zum Sieg beim LASK

Samuel Adeniran brachte den LASK vor 16.121 Zuschauern in der Raiffeisen Arena früh in Führung (13.). Der LASK hatte in der Anfangsphase sogar die besseren Chancen, unter anderem scheiterte Dibango knapp (3.). Dann übernahm Haris Tabakovic die Regie und erledigte den Rest praktisch im Alleingang. Erst glich er aus (25.), dann drehte er die Partie gleich nach der Pause nach einer Kitano-Flanke (49.) und ehe sich der LASK davon erholen konnte, machte er mit seinem dritten Treffer des Abends (74.) auch noch seinen persönlichen Dreierpack komplett. Danach verwaltete Salzburg die Führung souverän: Flecker scheiterte noch am Außennetz (81.), und LASK-Joker Freckleton fand in Schlussminuten in Salzburg-Goalie Zawieschitzky seinen Meister.

 

 

„Das war eine reife, eine männliche Leistung", freute sich Tabakovic nach dem Spiel und betonte, dass seine Mannschaft damit eine ganz andere Seite gezeigt habe als zuletzt unter der Woche in der Europa League, wo man in Celje nach 2:0-Führung noch 2:2 liegen gelassen hatte. Auch Trainer Danny Röhl war sichtlich zufrieden, mahnte aber Konstanz an: „Wir haben drei Siege gegen die Top-Teams, aber drei Unentschieden, das ist zu viel" – gegen Rapid (5:1), Sturm (3:0) und nun den LASK (3:1) habe man gezeigt, was möglich sei, wenn alle an einem Strang ziehen: „Wir wachsen zusammen." LASK-Coach Dietmar Kühbauer nahm die Niederlage gelassen: „Wir haben gut begonnen und dann den unnötigen Ausgleich kassiert. In der Folge war es so, dass Salzburg in den entscheidenden Momenten heute den Tick besser war." Mit dem Sieg bleibt Salzburg nach zehn Runden ungeschlagen und kassierte dabei erst fünf Gegentore, drei Punkte fehlen weiterhin auf Rapid, der LASK liegt als Dritter schon acht Zähler zurück.

 

FLOP – Der WAC verliert auch unter neuem Trainer – und es wird nachgetreten

Fünf Liga-Niederlagen in Serie, zuletzt ein 0:2 gegen WSG Tirol zuhause – beim WAC war auch für Thomas Silberberger die Geduld am Ende. Präsident Dietmar Riegler zog bereits am Donnerstag die Konsequenz und installierte mit Manfred Schmid bereits den dritten Trainer dieser Saison – dabei hatte Silberberger mit einem Sieg über die Austria und einem Remis gegen Salzburg noch gut begonnen, bevor die Negativserie einsetzte. Das Comeback von Schmid, der den WAC schon von 2023 bis 2024 betreut hatte, begann aber alles andere als nach Wunsch: Bei Hartberg setzte es eine 0:1-Niederlage, Konstantin Schopp traf spät zum Siegtreffer (85.). Der WAC bleibt damit Tabellenletzter.

Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte danach Innenverteidiger Raffael Behounek im Sky-Interview. Auf die Frage, ob man den rausgeschmissenen René Renner vermisse, konterte er trocken: „Kein bisschen, nein" – mehr wollte er dazu nicht sagen. Auch in Richtung des geschassten Silberberger ließ er es sich nicht nehmen, einen Seitenhieb zu setzen: Er habe nie woanders als in der Innenverteidigung gespielt und sei überrascht gewesen, unter Silberberger plötzlich „herumgeschwirrt" auf der rechten Seite worden zu sein. Unter Schmid darf er nun wieder zurück ins Zentrum – sehr zu seiner Freude, wie er betonte.

 

TOP – Sturm und die SV Ried liefern sich einen packenden Fight – und Ingolitsch brennt durch

Was für ein Hin und Her in Liebenau: Simon Seidl brachte Sturm in Front (31.), doch dann kippte die Partie binnen Minuten. Arjan Malic sah nach einem VAR-Check für eine Tätlichkeit gegen Jeadin Rhodes Rot (45+2.), nur Augenblicke später verwandelte Philipp Pomer einen Elfmeter nach Handspiel von Hödl zum Ausgleich (45+5.). Nach der Pause ging die SV Ried durch Isaac Kiese Thelin sogar in Führung (55.), ehe Belmin Beganovic tief in der Nachspielzeit noch den 2:2-Ausgleich für die nun zu zehnt kämpfenden Grazer rettete (92.).

 

 

Richtig spektakulär wurde es aber erst nach dem Schlusspfiff: Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch marschierte zu den Unparteiischen und ließ seinem Ärger freien Lauf – Schiedsrichter Safak Barmaksiz zeigte ihm dafür nach „anhaltender Kritik" noch die Rote Karte. Gegenüber Sky ließ Ingolitsch keinen Zweifel an seiner Meinung: „Diese Leistung war ein Skandal." Kurz darauf entschuldigte er sich gemeinsam mit dem Sportdirektor in der Kabine der Unparteiischen und räumte selbstkritisch ein, die Sache „smarter" und abseits des Platzes regeln zu müssen – er habe seinen Teil der Verantwortung zu tragen.

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