Ein Hattrick zu erzielen und am Ende doch mit nur einem Punkt nach Hause zu fahren – das kommt nicht allzu häufig vor. Dennoch war es die Realität von Younes Ebnoutalib nach dem 3:3 (2:1) mit Eintracht Frankfurt bei Union Berlin.
Ganz verbergen konnte der 22-Jährige seine Freude über die drei Treffer zwar nicht, die Enttäuschung über den verpassten Sieg nach einer Zwei-Tore-Führung war den Frankfurtern aber deutlich anzumerken.
"Drei Tore sind immer schön zu schießen", sagte der alleinige Torschütze der Eintracht. "Aber ein bisschen schade, dass wir am Ende noch den Ausgleich bekommen haben."

Auch Neuzugang Noah Atubolu war unzufrieden. "Es fühlt sich nicht gut an", sagte der Torhüter, der erst seit Freitag bei den Hessen unter Vertrag steht. Auch Eintrachts Sportvorstand Markus Krösche bezeichnete das Ergebnis als "ärgerlich".
Auf die starke Leistung von Ebnoutalib waren dagegen alle in Einigkeit stolz. "Jetzt hat man gesehen, was er für eine Mentalität hat und dass er auch den Instinkt hat zu treffen. Das war für ihn ein super Bundesligastart", schwärmte Krösche.
Trotz der Gala des 22-Jährigen läuft bei der Eintracht noch nicht alles rund. Nachdem Trainer Adi Hütter seinen neuen Verein als "Diva vom Main" bezeichnet hatte, bestätigte die SGE auch in Berlin dieses Image.
Was passiert mit Krösche?
Nicht nur verspielte Frankfurt eine Zwei-Tore-Führung, am Tag der Partie sorgte zudem ein Bericht der Bild-Zeitung für Unruhe. Demnach könnte Krösche die Eintracht bereits im September verlassen.
Auf die Schlagzeile angesprochen, wollte sich der Sportvorstand nicht äußern. "Wir sprechen über Fußball", sagte der 45-Jährige. Auch auf Nachfrage bat Krösche darum, es "dabei zu belassen".
Es brodelt also bei der Eintracht. Sportlich weiß der Verein nach dem ersten Spieltag noch nicht recht, wo er steht. Auch personell sind noch einige Fragen offen.

"Wenn du nur in der Meisterschaft und beim Cup mitwirkst, dann brauchst du keinen 35-Mann-Kader", hatte Hütter nach der Vorbereitung gesagt. "Ich glaube, dass wir sicher noch ein, zwei Transferperioden brauchen, um das schlussendlich in die Bahnen zu bringen, wie ich mir das als Trainer vorstelle." Gerade bei der Kaderplanung soll es zwischen Hütter und Krösche zu Differenzen gekommen sein.
Dennoch kündigte auch der Sportvorstand weitere Bewegung an. "Ein bisschen was wird noch passieren. Am letzten Tag passiert immer noch irgendwas", sagte Krösche.

