Der Anfang
Passend zur WM feiert Julian Nagelsmann sein Debüt als zwölfter Bundestrainer in den USA. Bei seinem ersten Spiel war nur der erste DFB-Chefcoach Otto Nerz jünger als der 36-jährige Nagelsmann. In Hartford im Bundesstaat Connecticut liegt die DFB-Auswahl 0:1 zurück, dann bescheren Ilkay Gündogan, Niclas Füllkrug und Jamal Musiala dem neuen Boss einen gelungenen Einstand. Über dessen kariertes Flanell-Hemd wird genauso viel diskutiert wie über das Spiel. Das Holzfäller-Hemd wird danach für einen guten Zweck versteigert.

Der Tiefpunkt
Zwei Monate nach seinem Debüt steckt Nagelsmann in der Klemme. Wenige Monate vor der Heim-EM liegt die DFB-Auswahl nach Niederlagen gegen die Türkei und in Österreich am Boden. Nagelsmann entscheidet sich für radikale Schritte. Mats Hummels wird endgültig aussortiert, Toni Kroos von einer Rückkehr überzeugt. Nagelsmann legt damit den Grundstein für eine gute Heim-EM.
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Der Höhepunkt
Das Turnier im eigenen Land. Mit Siegen in Frankreich und gegen die Niederlande schürt Nagelsmann mit seinem Team im März 2024 doch noch rechtzeitig EM-Euphorie. Völlig losgelöst startet der Gastgeber gegen Schottland ins Turnier. Die Fans stehen wieder hinter dem Team, dennoch scheitert es unglücklich im Viertelfinale.
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Die bitterste Niederlage
Deutschland hat den späteren Europameister Spanien trotz einer mäßigen ersten Halbzeit am Rand einer Niederlage. Seine Aufstellungsfehler mit Leroy Sané und Emre Can korrigiert Nagelsmann in der Halbzeit. Joker Florian Wirtz rettet die DFB-Auswahl in die Verlängerung, in der Schiedsrichter Anthony Taylor ein Handspiel von Marc Cucurella nicht ahndet. Kurz vor dem Elfmeterschießen trifft Mikel Merino ins deutsche Herz. "Es tut weh, dass man zwei Jahre warten muss, bis man Weltmeister wird", sagt Nagelsmann. Seine Tränen und die berühmte "Nachbar"-Rede tags darauf bewegen die Nation.
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Die Rückschläge
Mit dem Final Four der Nations League bekommt die DFB-Elf 2025 eine Mini-Heim-EM. Doch die große Chance, frühzeitig WM-Euphorie zu schüren, wird verpasst. Im Halbfinale gegen Portugal kosten auch Nagelsmanns Wechsel den Sieg, das Spiel um Platz drei gegen Frankreich geht ebenfalls verloren. Zweifel werden wach - erst recht nach dem krachenden Fehlstart in die WM-Quali im September bei der Blamage von Bratislava gegen die Slowakei. Die Wende bringt erst das begeisternde Rückspiel gegen die Slowaken in Leipzig im November.
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Die Personalien
Für seine Kommunikation erntet Nagelsmann im WM-Vorfeld Kritik. Bei der Position von Joshua Kimmich eiert er mehrfach herum, im März 2026 macht er Leon Goretzka verbal zum Stammspieler - und kassiert diese Aussage wenig später. Die Sensations-Rückkehr von Manuel Neuer kostet ihn weitere Glaubwürdigkeit, Oliver Baumann stößt er vor den Kopf. "Generell bin ich über weite Strecken fein mit meiner Kommunikation", sagt Nagelsmann.

Die Bilanz
In 34 Länderspielen feiert Nagelsmann 22 Siege. Sechs Begegnungen enden mit einem Unentschieden, sechs gehen verloren. Er holt bisher 2,12 Punkte im Schnitt und liegt damit hinter Berti Vogts (2,18) und Jupp Derwall (2,15) auf Platz drei. Zuletzt feiert er mit dem viermaligen Weltmeister zehn Siege in Serie.
Der Ausblick
Die WM wird zur Nagelprobe für Nagelsmann. Der Traumstart gegen Curacao dient als Mutmacher. Wie weit geht es für Nagelsmann und sein Team auf der Jagd nach dem fünften Stern?
