Gebannt starrten Vozinha und seine Mitspieler aufs Handy, Arm in Arm beteten sie und fieberten dem Ende des Parallelspiels entgegen - und als der kleine afrikanische Inselstaat erlöst, die größte Sensation dieses Turniers und das Duell mit Lionel Messi perfekt war, brachen alle Dämme. Kap Verdes WM-Helden sprangen wild durcheinander, Trainer Bubista wurde auf Schultern durchs Stadion getragen und bei den Fans flossen Tränen der Freude.
"Das ist ein sehr besonderer Moment. Ich glaube, so etwas habe ich auf dem Platz noch nie gefühlt. Ich wollte fast weinen. Es war so emotional", sagte Deroy Duarte, nachdem er mit seinen Teamkollegen auf einer schier unendlichen Ehrenrunde den historischen Einzug in die K.o.-Runde gefeiert hatte. "Wir haben es so sehr verdient. Wir sind ein kleines Land, eine kleine Bevölkerung. Aber wir haben ein großes Herz." Und nun das Duell mit Superstar Messi und Weltmeister Argentinien vor der Brust.
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Duell gegen Messi als Belohnung
Früher habe er Argentiniens Spiele "immer im Fernsehen gesehen. Für mich ist das ein Traum, der wahr wird", sagte Duarte, der im Sechzehntelfinale in der Nacht auf Samstag (0.00 Uhr MESZ) in Miami mit der kleinsten Nation, die je die K.o.-Runde einer WM erreichte, den Weltmeister fordert. Dies sei "eine Ehre und eine Belohnung. Wir sehen es als eine weitere Chance, Geschichte zu schreiben. Also warum nicht? Wir werden alles geben. Und am Ende des Spiels werden wir sehen."
Zunächst einmal wollten die "Blauen Haie", die in der Heimat des mit etwa 530.000 Einwohnern drittkleinsten WM-Teilnehmers der Geschichte für einen Ausnahmezustand sorgten, aber ihren Coup feiern. Durch das 0:0 in Houston gegen Saudi-Arabien blieb der Neuling in einer durchaus anspruchsvollen Gruppe mit Spanien und Uruguay ungeschlagen, der Sieg des Europameisters im Parallelspiel (1:0) machte Kap Verdes Weiterkommen als Gruppenzweiter mit drei Punkten perfekt.
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"Nichts ist mehr unmöglich"
"Kleine Insel, große Träume", freute sich Zlatan Ibrahimovic bei Fox - und auch die internationale Presse feierte mit: Das Team habe "das Unmögliche" geschafft (A Bola), mit "Herzblut, Stolz und purem Mut", schrieb die Gazzetta dello Sport. Und der Guardian meinte: "Messis Aufeinandertreffen mit dem neuen Publikumsliebling dieser Weltmeisterschaft, Torhüter Vozinha, könnte ein Spiel für die Ewigkeit werden."
Internetsensation Vozinha selbst hatte "keine Worte", um seine Gefühle zu beschreiben. Auf der Tribüne wedelte seine Mutter stolz die kapverdische Flagge, während des Spiels hatte sie jeden gehaltenen Ball ihres Sohnes wie ein Tor gefeiert. "Heute ist ein Tag zum Feiern. In der Kabine geht schon ordentlich die Party ab", versicherte Laros Duarte, ehe die Kapverdier die Nacht zum Tag machten.
Bis zum nächsten Spiel ihres Lebens haben sie immerhin volle sieben Tage Zeit, um den Erfolg zu realisieren und wieder Fahrt aufzunehmen. "Wir sind Krieger. Wir werden ein großartiges Spiel machen", versprach Vozinha. Und auch Trainer Pedro Leitao Brito, kurz Bubista, war sich am Ende eines geschichtsträchtigen Abends sicher: "Nichts ist mehr unmöglich."

