Tebas hatte die Kommunikationsmethoden von Real Madrid mit der Propaganda des NS-Regimes unter Joseph Goebbels verglichen. Er stellte dabei klar, dass sich sein Vergleich auf die Methoden der Kommunikation und nicht auf die nationalsozialistische Ideologie beziehe. Diese Einschränkung ändere aber nichts "an dem zutiefst anstößigen, moralisch abstoßenden und institutionell unwürdigen Charakter" der Aussagen, so Real.
Die Äußerungen stellten vielmehr "eine neue Episode in Javier Tebas' wiederholten Angriffen auf Real Madrid, seinen Präsidenten und seine Medien dar", hieß es. Es sei "absolut unerträglich und außerordentlich ernst, dass jemand, der zwei Positionen mit höchster Verantwortung im spanischen Fußball innehat, auf einen Vergleich mit den Propagandamethoden des NS-Regimes zurückgreift."
"Alibi" zur Vertuschung
Real und Tebas sind sich seit langem in Abneigung verbunden. Die wiederholte Kritik des Klubs an den Schiedsrichtern bedeute, "in einer anderen Galaxie zu leben", hatte Tebas erst im September erklärt. Behauptungen, wonach die spanischen Referees gegen Real eingestellt seien, dienten lediglich als "Alibi, um andere Mängel zu vertuschen".
Auch der sogenannte Negreira-Fall trug zu den Spannungen bei. Dabei geht es um Zahlungen des FC Barcelona von bis zu sieben Millionen Euro über viele Jahre an Unternehmen, die mit Jose Maria Enriquez Negreira, einem ehemaligen Vizepräsidenten des spanischen Schiedsrichterausschusses, verbunden waren. Die spanische Justiz untersucht, ob damit eine sportliche Einflussnahme bezweckt wurde. Barcelona bestreitet ein Fehlverhalten. Weil Tebas zu wenig Engagement gezeigt habe, habe Real die UEFA einschalten müssen.
