"Grundsätzlich scheint nun auch die FIFA erkannt zu haben, dass Änderungen unerlässlich sind", äußerte Neuendorf. Das Mitglied des FIFA-Councils beharrt dennoch darauf, dass Infantino abtreten muss: "Allerdings ist Gianni Infantino definitiv nicht die richtige Person, um einen Reformprozess zu moderieren. Er hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt."
Neben dem DFB und anderen fordert vor allem die Europäische Fußball-Union (UEFA) Infantinos Rückzug und bereitet eine Strafanzeige in der Schweiz gegen ihn vor. Hintergrund ist die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump zu verkaufen.
Ziel der UEFA ist es, den Schweizer vor seiner angestrebten Wiederwahl im März des kommenden Jahres zum Aufgeben zu zwingen. Der 56-Jährige will im Kampf um den Chefposten aber nicht klein beigeben und wie geplant zur Wahl antreten. Sein jetzt zur Schau gestellter Reformwille soll ihm offensichtlich Unterstützung sichern.
Sollte Infantino kandidieren, wird die UEFA mit großer Sicherheit einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Vieles deutet darauf hin, dass der kanadische CONCACAF-Chef Victor Montagliani als Infantino-Herausforderer antreten könnte. Die Frist für die Nominierung eines Kandidaten läuft am 18. November ab.
