Ob es für ihn besonders sei, ausgerechnet gegen seinen alten Klub und den neuen deutschen Meister Alba zu verlieren, hatte der Journalist zuvor gefragt und damit aus Sicht des 76-jährigen Pesic das Fass zum Überlaufen gebracht.
Zum Match-Center: FC Bayern vs. Alba Berlin
Die Nerven des gebürtigen Serben hatte seine Mannschaft im Vorfeld bereits mehr als ausreichend strapaziert. Das Heimteam gab nach einer komfortablen 47:27-Führung zur Halbzeit den dritten Meistertitel in Folge noch aus der Hand. "Mir ist es als Trainer nie gelungen, eine Mannschaft zu bilden, die in schweren Momenten des Spiels zurückkommt", übernahm Pesic im Anschluss die Verantwortung.
Hoeneß sieht Gavel als neuen Coach
Ende vergangenen Jahres war Pesic auf Weltmeister-Trainer Gordon Herbert gefolgt. Unter dem deutschen Europameistertrainer von 1993 stabilisierte sich der Favorit, schien zumindest in der BBL unaufhaltsam zu sein. Ohne Playoff-Niederlage bis zum Finale nahm das Happy End Formen an, Pesic hätte sich als erster Trainer in Deutschland in vier verschiedenen Jahrzehnten den Meistertitel sichern können. Doch in der wechselvollen Serie gegen Berlin, immerhin Hauptrundenzweiter, versagten beim deutschen Branchenprimus mehrfach die Nerven.
Zum Münchner Scherbenhaufen aus einem unversöhnlichen Abgang Pesics und der 2:3-Serienniederlage gegen Alba kommt nun noch die schwierige Nachfolgeregelung. "Ich persönlich glaube, dass wir in der nächsten Saison Anton Gavel hier als Trainer haben. Man muss versuchen, eine diplomatische Lösung zu finden", schaltete sich Bayern-Patron Uli Hoeneß am Rande des entscheidenden Finalspiels bei Dyn in den Streit um den neuen Coach ein.
Den früheren Bayern-Profi Gavel, aktuell beim Ligakonkurrenten aus Bamberg, wollen die Franken nicht ohne Weiteres ziehen lassen. Die aufgerufene Ablöse ist Bayern aktuell noch nicht bereit zu bezahlen.
