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Saisonfinale in der Krisenregion: Die Formel 1 und ihr offenes Ende

Zumindest dass Antonelli Weltmeister wird steht (quasi) fest
Zumindest dass Antonelli Weltmeister wird steht (quasi) festIMAGN IMAGES via Reuters/Jerome Miron

In einem Monat soll die Formel-1-Saison mit zwei Rennen am Persischen Golf enden – angesichts des Krieges bleibt das aber weiter ungewiss.

Carlos Sainz sagte, was er dachte. Und das klang alles ziemlich nachvollziehbar. Die Formel 1 will ihre letzten beiden Saisonrennen in Katar und Abu Dhabi austragen, die Sicherheitslage in der Region lasse das zu, das wiederholen die Chefs der Rennserie immer wieder.

"Sie scheinen sehr überzeugt davon zu sein, dass das funktioniert", sagte Sainz, einer der Dienstältesten im Feld und zudem Vorsitzender der Fahrergewerkschaft GPDA: "Für mich persönlich ist es gerade sehr schwierig, überzeugt zu sein."

Sainz sprach über die volatile Lage in der Golfregion und auch über die Midterm-Wahlen in den USA in der kommenden Woche, nach denen es wieder zu vermehrten Militärschlägen kommen könnte. "Deshalb finde ich es relativ verfrüht, so überzeugt zu sein."

Allein Sainz fehlt der Glaube
Allein Sainz fehlt der GlaubeREUTERS/Eloisa Sanchez

Das klang nach einer anschlussfähigen Einschätzung der Lage, nur wenig später verschickte sein Williams-Rennstall allerdings ein weiteres Statement des Spaniers mit der Bitte um Verwendung. "Ich möchte klarstellen, dass ich weiß, dass die FIA und die Formel 1 die Sicherheit an erste Stelle setzen, und ich vertraue ihnen vollkommen, dass sie die richtige Entscheidung treffen werden", hieß es darin: "Wir freuen uns darauf, in Katar und Abu Dhabi zu fahren."

Formel 1 wirbt um Vertrauen

Diese Episode spielte sich in der vergangenen Woche im Rahmen des Grand Prix in Austin ab, und sie fasst die merkwürdige Lage mit Blick auf den Kalender der Formel 1 recht treffend zusammen.

Im Frühjahr, nach den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran und den Gegenangriffen in der Region, waren die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt worden. Der Konflikt ist nicht beigelegt, seit Monaten wirken die beiden Rennen in Katar (29. November) und Abu Dhabi (6. Dezember) daher fraglich.

Die Formel 1 allerdings hält an ihrem Plan fest und bemüht sich nach außen um einen möglichst einheitlichen Auftritt.

"Vertrauen" in die Entscheidung der Rennserie und des Weltverbandes, diese Formulierung bekommt, wer die Rennställe um eine offizielle Einschätzung bittet. Inoffiziell gibt es aber durchaus einige im Fahrerlager, die es so sehen wie Sainz.

Es geht um das liebe Geld

Das Problem der Formel 1 ist vor allem ein finanzielles. Katar und Abu Dhabi gehören zu den zahlungskräftigsten Standorten im Kalender und werden allein deshalb entgegenkommend behandelt. Zudem spielt es eine große Rolle, wer ein Rennen absagt und warum.

Entscheidet die Rennserie ohne triftigen Grund von sich aus, nicht anzutreten, dann verliert sie den Anspruch auf viel Geld. So ein Grund wären offizielle Reisewarnungen aus den Ländern der teilnehmenden Teams und Hersteller. Derzeit gibt es diese nicht, bloß den Ratschlag, auf Reisen in die Region zu verzichten.

Imola steht als Ersatz bereit

Das Spiel auf Zeit macht in dieser Hinsicht Sinn, die Formel 1 wird die Rennen wohl nur bei einer kurzfristigen Verschärfung der Lage absagen. Als Ersatz würde dann, auch das ist schon bekannt, Imola in Italien einspringen.

Viele Experten rechnen damit, dass das Finale in Imola stattfindet
Viele Experten rechnen damit, dass das Finale in Imola stattfindetREUTERS/Eloisa Sanchez

Die Formel 1 ist übrigens nicht allein mit ihrem Problem. Die MotoGP soll schon am 8. November ihren bereits verschobenen Grand Prix in Katar nachholen – in der Motorrad-Königsklasse gibt es allerdings deutlich mehr Gegenwind.

Die Fahrer verlangen Sicherheitsgarantien und Pläne für den Krisenfall, Teams wollen so wenig Personal wie möglich zum Rennen schicken, einige TV-Sender werden wohl nicht vor Ort sein. Allerdings ist auch hier der letzte Stand: Das Rennen findet statt.

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