Ärger über "sehr dumme Fehler"
Als Deutschlands Handballer am Samstagvormittag die Rückreise aus Kopenhagen antraten, kannten sie die Gründe für die nächste klare Niederlage gegen Dänemark genau.
"Bei uns haben die ein bis zwei Prozent gefehlt, um dranzubleiben", sagte Torhüter David Späth. Bundestrainer Alfred Gislason monierte "sehr dumme Fehler" und eine "verschenkte" Schlussphase.
Unbewzingbares Dänemark?
Die Analyse fiel eindeutig aus. Und so stellte sich nach dem 28:36 (13:21) gegen den Olympiasieger, Welt- und Europameister erneut die Frage: Wie schlägt man diese dänische Übermannschaft eigentlich?
Den letzten Sieg gab es im April 2016. "Ich glaube, das wäre für alle im Handball wichtig, mal zu sehen, dass Dänemark fällt", sagte Nils Lichtlein.
Nach mehr als zehn Jahren Durststrecke soll es am Sonntag beim zweiten Teil des Länderspiel-Doppelpacks in Köln (15:30 Uhr/ProSieben, Joyn und Dyn) so weit sein.
Gidsel und Nielsen zaubern
"Wir müssen uns steigern, unsere Fehlerquote runterfahren und im eins gegen eins gegen den Torwart besser abschließen", sagte Kapitän Johannes Golla. Juri Knorr gab sich zuversichtlich und kündigte an: "Wir wollen einen größeren Kampf liefern und das Spiel gewinnen."
Acht Monate vor dem Start der Heim-WM war Deutschland am Freitagabend allerdings weit entfernt davon, Dänemark ins Wanken zu bringen. Nur 20 statt 60 Minuten war das Team von Gislason auf Augenhöhe. Die Revanche für die Niederlage im EM-Endspiel misslang.
Besonders im ersten Durchgang erlaubte sich die DHB-Auswahl zu viele technische Unsauberkeiten, eine schwache Chancenverwertung und Probleme im von Gislason getesteten sieben gegen sechs. Beim Gegner überragte Welthandballer Mathias Gidsel mit zehn Treffern, Torhüter Emil Nielsen glänzte mit 16 Paraden – alleine elf vor der Pause.
Es fehlen die letzten Prozente
"In der ersten Halbzeit haben wir viel zu viele Fehlwürfe gehabt - wirklich auch viele klare Chancen, die wir nicht genutzt haben. Zudem haben wir nicht so die Torhüter-Leistung wie üblich bekommen", sagte Bundestrainer Alfred Gislason bei ProSieben.
Auch Knorr kritisierte die mangelnde Ausbeute vor dem gegnerischen Tor. "Es war sehr schade, dass wir es in der ersten Halbzeit ein bisschen herschenken. Wenn du dich nicht richtig konzentrierst bei den Würfen, reicht es gegen Nielsen und Dänemark nicht", sagte er. Immerhin stimmte der Kampfgeist, der auch die Basis für das schnelle Wiedersehen in der Kölner Lanxess Arena ist.
Gidsel fehlt
Am Austragungsort des WM-Endspiels am 31. Januar 2027 muss sich Deutschland wohl immerhin nicht mehr mit dem überragenden Gidsel beschäftigen. Der Ausnahmespieler von den Füchsen Berlin wird das Spiel offenbar planmäßig auslassen, auch Magnus Saugstrup vom SC Magdeburg fehlt dann. "Dumme Fehler" darf sich die Mannschaft von Alfred Gislason dennoch nicht erlauben.
