Sergej Barbarez (Bosnien-Herzegowina)
GEBURTSDATUM: 17. September 1971
NATIONALITÄT: Bosnien-Herzegowina
IM AMT SEIT: April 2024
TAKTISCHES PROFIL: Defensive Kompaktheit & hohe Laufbereitschaft
GRÖSSTE ERFOLGE ALS TRAINER: WM-Qualifikation 2026 (Bosnien-Herzegowina)
Überblick: Alle Trainerprofile zur WM 2026
Volksheld statt Laptop-Trainer
Dass Bosnien-Herzegowina ein fußbalverrücktes Land ist und die Nationalmannschaft deshalb ständig unter genauer Beobachtung steht, ist kein Geheimnis. Als einer der schärfsten Kritiker des nationalen Fußball-Verbandes NFSBiH hat sich dabei in den letzten Jahren vor allem ein Mann hervorgetan: Sergej Barbarez.
Einst brillierte der ehemalige Mittelstürmer in der deutschen Bundesliga, 2001 schnappte er sich im Trikot des HSV sogar die Torjägerkanone. Dementsprechend genießt er in seiner Heimat bis heute eine enorme Beliebtheit. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wurde ihm auch tatsächlich rasch der Posten des bosnischen Nationaltrainers angeboten – doch Barbarez lehnte ab.
Denn die ineffiziente Arbeitsweise der Führungsetage war ihm schon immer ein Dorn im Auge gewesen. In den folgenden Jahren sollte er mehrfach durch scharfe öffentliche Kritik auffallen – regelmäßig bemängelte er Korruption, Inkompetenz und fehlende Zukunftsvorstellungen.

Anstatt seine Trainerkarriere voran zu bringen, spezialisierte sich Barbarez in den folgenden Jahren auf Live-Poker, fünfmal nahm er sogar an der World Series of Poker teil.
2024 sollte es jedoch zu einem Umschwung kommen. Nach einer Reihe von Trainerentlassungen und dem klaren Verpasen der EM-Qualifikation war die Sehnsucht in Bosnien nach einer charismatischen Führungspersönlichkeit gigantisch. Barbarez ließ sich dazu überreden, den Posten als Nationaltrainer zu übernehmen – doch nur unter gewissen Bedingungen.
Weil er selbst keinerlei Erfahrung als Chefcoach gesammelt hatte, verlangte er, dass Emir Spahić als neuer Sportdirektor installiert werden sollte, um eine sportliche Vision zu entwickeln. Denn Barbarez selbst ist kein Taktikfuchs, sondern in allererster Linie ein unglaublicher Menschenkenner.
Dass es ihm gelungen ist, die vielen Legionäre im Team zu einer echten Einheit zu formen und den Stolz, das bosnische Trikot tragen zu dürfen, wieder in den Vordergrund stellte, sollte sich auf dem Weg zur erfolgreichen WM-Qualifikation als Schlüssel zum Erfolg erweisen.
