Der Crucible-Fluch hat in diesem Jahr zwar nicht in seiner vollen Brutalität zugeschlagen - letztlich hält er aber weiterhin an! Wieder einmal hat es ein Premieren-Weltmeister im Folgejahr nicht geschafft, das Halbfinale zu erreichen. Zuletzt gelang das einem gewissen Ronnie O'Sullivan 2002.
Zhao Xintong war letztlich gegen einen stark aufgelegten Shaun Murphy chancenlos, der das Match heute an sich riss und mit 13:10 gewann.
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Zhao: "Heute konnte er einfach alles lochen"
"Shaun hat wirklich sehr gut gespielt und mich stark unter Druck gesetzt. Er hat nahezu perfektes Snooker gespielt und den Sieg verdient", sagte Zhao anerkennend gegenüber BBC Sport nach dem Match.
"Er ist ein sehr guter Spieler, und ich gratuliere ihm. Ich habe ihm einige sehr schwierige lange Bälle gelassen, aber heute konnte er einfach alles lochen."
Shaun Murphy in allen Bereichen überlegen
Tatsächlich waren es vor allem die langen Bälle, die den Unterschied ausgemacht haben. Murphy hatte dabei in der entscheidenden Phase eine fast perfekte Quote und ließ kaum einen Ball aus. So holte er sich den ersten Durchgang ohne Probleme mit einem 96er Break. Zhao drehte im 13. Durchgang zwar einen Rückstand dank einer 71er Clearence, musste aber wenig später dabei zusehen, wie Murphy mit einer 80 wieder in Führung ging.
Vorentscheidend war dann der 20. Frame unmittelbar vor dem Midsession Intervall. In einem umkämpften Frame hatte Zhao eine gute Chance, verschoss aber nach 20 Punkten eine Rote. Nach mehreren Safety-Duellen, die in dieser Session eher Mangelware waren, lochte Murphy ein paar Kugeln, um mit 30 Punkten in Führung zu gehen. Zhao konnte diesen Rückstand auf 16 Punkte verkürzen, ehe es auf der letzten Roten wieder zu einem Safety-Duell kam.
Murphy beendet Match nervenstark
Das geht klar an Murphy, der die Farben zwar nicht am Stück lochte, aber mehrmals kontrolliert ausstieg und in der Folge wieder punkten konnte. So war der Frame auf Blau schon nicht mehr für Zhao ohne Snooker zu erreichen, die ihm nicht gelangen.
Im Folgeframe ging Murphy mit 59 Punkten in Führung, ehe er einen Split verpasste. Doch Zhao ließ nach einem misslungenen Lochversuch eine Rote liegen, die Murphy sich sofort schnappte. Der Frame war schnell entschieden, Murphy spielte die 70er Clearence aber locker zu Ende und lochte Schwarz sogar per Trickshot zum 12:9. Zhao antwortete zwar mit einer 81, Murphy machte aber schon im 23. Frame den Deckel gekonnt zu.
Ein nervenstarkes 69er Break reichte, damit Zhao Snooker brauchte. Der Chinese kam zwar nochmal mit einem 30er Break ran, verpasste es aber erneut, Foulpunkte zu forcieren. So machte Murphy den Sack mit einer langen Roten endgültig zu. Im Halbfinale trifft der Weltmeister von 2005 auf den Sieger der Partie zwischen Neil Robertson und John Higgins.
Hossein Vafaei beginnt mit Century Break
Auf dem Nebentisch dominierte nach einer ausgeglichenen ersten Session Wu Yize den zweiten Teil im Match gegen Hossein Vafaei und führt vor dem Finale heute Abend mit 10:6.
Dabei ging Vafaei sogar mit einem 106er Century Break nach dem ersten Frame des Tages in Führung. Doch dann schlug die Stunde von Wu.
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Wu Yize spielt sich in einen Rausch
Der 22-jährige Chinese spielte sich in einen Rausch und gewann dabei fünf Frames in Folge. Vafaei musste dabei größtenteils zuschauen, nur im zwölften Frame kam er in dieser Phase auf eine zweistellige Punktzahl. Wu gelangen dabei Breaks in Höhe von 76, 71, 52, 102 und 92.
Vafaei brach die Serie im 15. Frame dank kleinerer Breaks und hätte im finalen Durchgang sogar auf 7:9 verkürzen können, nach 35 Punkten musste er den Tisch aber verlassen. Wu kam mit einer langen Roten sehenswert ins Break und schaute nicht mehr zurück. Der Shooting Star krönte seine Traum-Session mit einer 90er Clearence und stellte so auf 10:6.
