Vor dem Achtelfinale gegen Gabriel Diallo aus Kanada kann sich Zverev zunächst einigermaßen entspannt am Mittwoch das Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Real Madrid in der Münchner Arena ansehen. Am Donnerstag, bei seinem nächsten Einsatz auf der Anlage des MTTC Iphitos, soll es es dann deutlich wärmer sein als am Dienstag - was ihm entgegenkommen dürfte auf dem Weg zum vierten Titel in München nach 2017, 2018 und 2025.
"Heute ist ein sehr kalter Tag, da ist es schwer, Druck zu machen. Am Ende das Tages bin ich glücklich, dass ich gewonnen habe, jetzt kann's losgehen", sagte Zverev erleichtert im Court-Interview - denn sein Kontrahent hatte ihm das Leben schwer gemacht: "Er war wie eine Wand, hat keine Fehler mehr gemacht."
Zverev begann das Match gegen die Nummer 58 der Weltrangliste mit einem Ass, verlor sein zweites Aufschlagspiel, hatte seinen 26 Jahre alten Kontrahenten danach aber zunächst im Griff. Ab dem zweiten Satz musste er kämpfen und wirkte nicht mehr so souverän wie zuvor. Dem Weltranglistendritten unterliefen beim Versuch, offensiv und druckvoll zu spielen, nun viele Fehler. Für den ersten Schritt zum vierten Titel in München nach 2017, 2018 und 2025 und damit zum ersten Turniersieg in diesem Jahr benötigte der Hamburger am Ende 2:18 Stunden.
Match-Center: Alexander Zverev vs. Miomir Kecmanovic
Nerven behalten zum Zittersieg
Nach seinem Sandplatz-Auftakt beim Masters in Monte Carlo, wo er beim dritten Turnier in Serie im Halbfinale an Jannik Sinner scheiterte, ist München für Zverev der zweite Härtetest auf seinem Lieblingsbelag auf dem Weg zu den French Open. Als der Hamburger am Dienstag gegen 13.00 Uhr den Centre Court auf der Anlage des MTTC Iphitos betrat, musste er sich erst mal wieder an die äußeren Bedingungen anpassen: Es war kühl, um die zehn Grad.
Zverev war gewarnt vor seinem Auftaktgegner. Seit dem Beginn den Australian Open hatte der Hamburger auf der Tour nur gegen drei Spieler verloren: Carlos Alcaraz, Sinner - und Ende Februar im Achtelfinale des Turniers in Acapulco gegen Kecmanovic. Diesmal schien er ihn im Griff zu haben, im zweiten Satz aber verlor Zverev zunehmend sein bis dahin souveränes Spiel - auch weil sein Kontrahent nun viel sicherer agierte.
Für zwei deutsche Youngster lief es nicht ganz so gut - obwohl sie sich teuer verkauften. Davis-Cup-Spieler Justin Engel (18), Nummer 184 der Weltrangliste, verlor gegen den 106 Plätze besser klassierten Vit Kopriva aus Tschechien 3:6, 7:5, 2:6. Der gleichaltrige Berliner Diego Dedura unterlag dem an Nummer vier gesetzten Italiener Flavio Cobolli in seinem erst vierten Match auf der ATP-Tour 4:6, 5:7, Marko Topo (Gräfelfing) dem Belgier Zizou Bergs 1:6, 4:6.
Außer Zverev steht von den ursprünglich sechs Deutschen nur Daniel Altmaier im Achtelfinale. Er besiegte den früheren US-Open-Sieger Marin Cilic aus Kroatien 6:2, 6:3.
