"Lebe und atme Tennis": Lys hofft auf Befreiungsschlag

Eva Lys "lebt" und "atmet" Tennis.
Eva Lys "lebt" und "atmet" Tennis. ČTK / imago sportfotodienst / Michael Weber IMAGEPOWER

Der Aufstieg von Eva Lys ist - zumindest auf dem Platz - ins Stocken geraten. Nach einem schwierigen Saisonstart inklusive Verletzungspause braucht die Hamburgerin Ergebnisse.

Es läuft bei Eva Lys. Über 320.000 Follower auf Instagram, ein neuer lukrativer Ausrüster - und viel Zuspruch von Konkurrentinnen und Fans: Wo die charismatische Hamburgerin in der Tenniswelt auftaucht, fliegen ihr die Herzen zu. Das Problem: Sportlich hinkt Lys ihren Ambitionen nach einer Verletzungspause hinterher, der Aufstieg stockt - und der Ergebnisdruck steigt.

Match-Center: Katie Boulter vs. Eva Lys

Denn nach erst zwei Siegen in einem schwierigen Jahr 2026 droht Lys, in der Weltrangliste immer weiter abzurutschen. Beim prestigeträchtigen 1000er-Turnier in Rom will die 24-Jährige den Trend endlich umkehren - auch wenn sie die Erwartungen nach ihren lang anhaltenden Knieproblemen bremst: "Ich weiß, dass es etwas Zeit braucht, um Matches zu gewinnen und meine Fitness zurückzugewinnen."

Und für Lys, die regelmäßig auch von ihrer rheumatischen Autoimmunerkrankung (Spondyloarthritis) gebremst wird, sollte dieser Umstand auch in der Berichterstattung über sie berücksichtigt werden. Mit einer Kritik an den deutschen Medien hatte sie zuletzt für Aufsehen gesorgt, es gebe eine "durchgehend negative Grundhaltung" in Schlagzeilen und Kommentaren, dabei sei "Leistungssport komplex".

Lys werden ihre lockere Art und ihre umfangreichen Social-Media-Aktivitäten häufig negativ ausgelegt, wenn es sportlich nicht läuft - so wie in den vergangenen Monaten. "90 Prozent meines Lebens besteht aus Tennis", versicherte Lys im Podcast "The Changeover". Trotzdem werde sie ihrer Meinung nach anhand der zehn Prozent außerhalb der Tenniswelt beurteilt. Der Spagat bleibt schwierig.

Nach "Aufs und Abs" das "Problem finden und daran arbeiten" 

Sie "lebe und atme Tennis", betonte Lys, aber es gebe eben auch die zehn Prozent abseits des Courts, die sie beispielsweise gerne in Restaurants verbringt. "Ich bin ein Mensch. Ich möchte nicht nur auf dem Court, sondern auch außerhalb wachsen", so Lys. Und das tut sie seit ihrem Durchbruch als "Lucky Lys" bei den Australian Open 2025. Die Hamburgerin mit einem Faible für Mode und Glamour ist neben dem Tennisplatz zur Marke geworden. Nun braucht es wieder Ergebnisse.

Lys, schon einmal die Nummer 39 der Welt, ist nur noch 80. im WTA-Ranking. Und ohne Leistungssteigerung könnte sogar der Fall aus den Top 100 und den Hauptfeldern der Major-Turniere drohen. Schließlich ist sie im sogenannten "Race", in dem nur die gesammelten Punkte der bisherigen Saison berücksichtigt werden, nur die Nummer 113 der Welt.

Das will sie ändern. Am besten schon mit einem Erstrundensieg in Rom gegen die Britin Katie Boulter (WTA-60.) am Mittwoch. "Jeder hat seine Aufs und Abs", sagte Lys, "ich weiß nicht, warum das schlimm sein sollte." Es gehe einfach darum, fügte Lys an, "das Problem zu finden und daran zu arbeiten."