Marc-André ter Stegen saß ausnahmsweise einmal gerne auf der Bank. Beim ungefährdeten 5:1 von Ajax Amsterdam gegen Willem II Tilburg schaute die alte und designierte neue Nummer 1 im deutschen Tor Julian Brandt und Co. beim Zaubern zu - in dem ruhigen Gewissen, für höhere Aufgaben geschont zu werden: Für das wesentlich kniffligere Duell am Samstag (20 Uhr/DAZN) mit Excelsior Rotterdam, vor allem aber für ein Comeback in der Nationalmannschaft.
Medienberichten zufolge plant Bundestrainer Jürgen Klopp mit dem 34-Jährigen, dem "ewigen" Kronprinzen von Manuel Neuer, als künftige Stammkraft. Ter Stegens Klubtrainer Michel bestätigte am Dienstagabend zumindest dessen DFB-Rückkehr, als er seinen Verzicht auf den Keeper erklärte.
"Marc erholt sich von einer schweren Verletzung", sagte der Coach, "und nun steht eine Länderspielpause an." Er halte daher "den jetzigen Zeitpunkt für günstig", um ter Stegen ausreichend Erholungszeit zu geben. "Sollte ter Stegen zur Nationalmannschaft reisen – was wahrscheinlich ist –, haben wir danach Zeit, weiter an seiner Genesung zu arbeiten."

Die Aussage belegt, wie sehr die Rückkehr von Zweifeln begleitet wird. Seit seinem Patellasehnenriss im September 2024 hat ter Stegen gerade einmal zwölf Pflichtspiele bestritten.
Drei für den FC Barcelona, wo ihn Trainer Hansi Flick fallen ließ, zwei auf der unglücklichen Leihe samt abermaliger Verletzung in Girona und nun sieben für Ajax. Die große Frage bleibt: Wie reagiert sein geschundener Körper auf die steigende Belastung?
Herausforderer schlafen nicht
Weil Klopp die Antwort nicht kennen kann, setzt er bei seinem Einstand mit gleich vier Nations-League-Spielen wohl auf eine Art Jobsharing-Modell. Ter Stegen dürfte zum Auftakt sein "Heimspiel" in Amsterdam gegen die Niederlande bekommen.
Danach könnten seine ersten Herausforderer Alexander Nübel (Besiktas) und Jonas Urbig (FC Bayern) oder der Augsburger Finn Dahmen zum Zuge kommen.

Dass ter Stegen 15 Monate nach seinem 44. und bislang letzten Länderspiel zurückkehren wird, hatte er bereits Anfang September angedeutet. Damals berichtete er von einem "wirklich tollen Gespräch" mit Klopp. Die Erkenntnis: "Für mich persönlich ist es so, dass ich versuchen muss, jetzt einfach gesund zu bleiben. Ich glaube, das ist das Wichtigste."
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