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Vom Bundesliga-Profi zum Padel-Enthusiasten: Moritz Leitners neuer Traum

Leitner bei einem Legendenspiel für den BVB
Leitner bei einem Legendenspiel für den BVBČTK / imago sportfotodienst / Frank Hoermann / SVEN SIMON

Der frühere Bundesliga-Profi Moritz Leitner investiert täglich mehrere Stunden in Padel-Training und Analyse. Nun peilt er Turniere des Weltverbands FIP an.

Thomas Müller, Mats Hummels, Christoph Kramer: Wer die Rio-Weltmeister von 2014 nach ihrer Karriere weiter verfolgt, hat zwangsläufig bemerkt, dass sie sich gerne Duelle im Glaskasten liefern.

Padel ist nicht nur eine der am schnellsten wachsenden Sportarten weltweit, sondern auch der Trendsport der ehemaligen Fußballprofis. Doch während die meisten früheren Spieler den Schläger nur zum Spaß schwingen, sticht das Engagement eines Ex-Bundesliga-Profis heraus: Moritz Leitner.

Seit Februar hat der frühere Dortmunder und Stuttgarter die "komplette Padel-Spritze" injiziert bekommen, sagt er im SID-Gespräch. Er stecke seine ganze "Leidenschaft, Fleiß und Ehrgeiz" in den Sport. "Ich bin täglich mehrere Stunden auf dem Court", erklärt Leitner, der die Mischung aus Tennis und Squash nun leistungsorientiert angehen will.

Professionelles Training

In der Rangliste des Deutschen Padel Verbands (DPV) der Männer steht der 33-Jährige, der seine Karriere 2022 beim FC Zürich beendet hatte, auf Platz 46. Doch das soll noch lange nicht der Höhepunkt seiner Padel-Reise sein: "Ich möchte das Bestmögliche rausholen und schauen was, in den nächsten Monaten und Jahren möglich ist. Das Ziel ist schon, irgendwann die FIP-Turniere zu attackieren."

Die Turniere des Internationalen Padel-Verbands (FIP) dienen als Unterbau und Sprungbrett für die professionelle Hauptserie Premier Padel, die mit hochkarätigeren Turnieren, höheren Preisgeldern und viel mehr Weltranglistenpunkten lockt. Die FIP-Tour ist also das Äquivalent der Challenger im Tennis.

Für die Turniere, die Leitner spielt, bereitet er sich "mindestens genauso zeitintensiv" vor wie für seine Fußballspiele. "Ich plane Matches, Trainingseinheiten, Videoanalysen und Erholungen in der Eistonne", erklärte er. Alles ist so ausgelegt, dass er "täglich vier, fünf Stunden auf dem Court" verbringen kann.

Beim wichtigsten Turnier auf deutschem Boden in Espelkamp belegte Leitner mit seinem Partner Adrian Bayh den neunten Platz. In Ostwestfalen waren unter anderem auch die Ex-Nationalspieler Jonas Hector (19.) und Kramer (21.) am Start.

Dass so viele ehemalige Fußballer in den Padel-Zirkus einsteigen, wundert Leitner keineswegs. "Früher haben viele nach der Karriere Golf gespielt, heute ist es eben Padel", sagte er: "Wir sind es ja gewohnt und lieben den Wettkampf. Padel macht dabei einfach unheimlich viel Spaß."

Der Trendsport sei zwar "nicht so anstrengend wie Fußball", habe aber eine "Belastung, bei der man sich super austoben, aber auch zwei, drei oder sogar vier Stunden spielen kann". Den Teamgedanken müssen Fußballer auf jeden Fall nicht ablegen, denn Padel wird zu zweit gespielt.

Easy to learn, hard to master

Dass er innerhalb weniger Monate so weit in der Rangliste aufgestiegen ist, liege übrigens nicht daran, dass Padel einfacher zu erlernen sei als Tennis.

"Je intensiver es wird, desto anstrengender wird Padel für den Kopf: Wann benutze ich welche Scheibe? Welchen Schlag spiele ich, damit es einfacher für meinen Partner wird? Irgendwann wird es sehr anspruchsvoll und extrem taktisch", meint Leitner - auch wenn beim Padel der schwierigste Schlag aus dem Tennis, der Aufschlag, wegfällt.