Den unrühmlichen Negativrekord vor Augen, der Trainereffekt verpufft, die Verletztenliste frustrierend lang.
Borussia Mönchengladbach gleicht nur wenige Wochen nach Saisonbeginn einem Scherbenhaufen – und lässt auch die Vereinsikonen Alarm schlagen. "Sie sind noch mehr drin als im Abstiegskampf", warnte Lothar Matthäus mit Blick auf die lahmende Fohlenelf: "Sie sind total im Abstiegssumpf. Und da sind sie ganz, ganz unten."

Die ersten sieben Begegnungen einer Spielzeit hat noch kein Klub in der langen Geschichte der Bundesliga verloren. Dem auch unter Alexander Blessin weiterhin punktlosen Schlusslicht droht nun am Freitag (20:30 Uhr/Sky) beim Champions-League-Teilnehmer VfB Stuttgart aber eben jenes Horrorszenario.
"Die Spiele werden nicht einfacher", sagte Rekordnationalspieler Matthäus bei einem Interwetten-Termin, "weil die Köpfe nicht frei werden durch diese Niederlagen."
Match-Center: Stuttgart vs. Gladbach
Fans wollen "nicht tatenlos zusehen"
Auf die Derbypleite in Köln folgte bei Blessins Heimpremiere gegen die TSG Hoffenheim der nächste bittere Rückschlag. Da Gladbach bereits fünf Zähler hinter dem Tabellen-17. Union Berlin liegt und derzeit meilenweit von einem Erfolgserlebnis entfernt ist, winken einige Anhänger schon ab.

"Momentan scheint das Szenario, dass wir bereits irgendwann im Winter die Lichter ausknipsen können, mehr als realistisch", schrieb der Fan-Dachverband. Dazu forderte dieser den Präsidenten Rainer Bonhof erneut zum Rücktritt auf. Man werde "nicht tatenlos zusehen, wie unser Verein vor die Wand gefahren wird".
Er sei der Meinung, "dass die führende Hand im ganzen Verein fehlt. Der nicht Friede, Freude, Eierkuchen die ganze Zeit macht, sondern eben auch klare Ansagen an die Angestellten, an die Spieler", sagte Matthäus über seine geliebte Borussia. Man müsse "auch mal die Spieler wecken. Und diesen Weckruf habe ich aus dem Verein nicht gehört."
Blessin bemüht Durchhalte-Parolen
Sportchef Rouven Schröder und Blessin sind trotz aller Enttäuschung bemüht, den Laden zusammenzuhalten. "Die Schwachen bleiben liegen, die Starken werden aufstehen", hatte Blessin nach dem Hoffenheim-Spiel zu seinen Spielern gesagt: "Darum geht es jetzt wieder. Nach Niederlagen aufzustehen, auch wenn wenige daran glauben." Er selbst, meinte der Gladbach-Coach, "glaube daran".
Doch was soll Hoffnung machen? Schließlich sind da nicht nur die schwachen Auftritte auf dem Platz. Die riesigen Verletzungsprobleme schmeißen jegliche Planungen Blessins immer wieder über den Haufen.

Viele Verletzte
Kapitän Tim Kleindienst ist seit über einem Jahr quasi kein Faktor mehr, Neuzugang Enzo Leopold fehlt aufgrund seines Kreuzbandrisses noch lange. Gegen die TSG musste dann auch Stürmer Isac Lidberg mit muskulären Problemen früher raus.
Immerhin: Nicolas Kühn, Leihgabe von Como 1907, hat Chancen, nach seinem Muskelbündelriss im linken Oberschenkel im Kader zu stehen. Flügelspieler Franck Honorat und Verteidiger Ko Itakura könnten nach ihren Zwangspausen wieder Optionen sein, zudem kehrte Hoffnungsträger Jens Castrop nach seiner Schulterverletzung in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurück.
Im "Abstiegssumpf" braucht die Borussia jede Hilfe.
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