Nachdem er Borussia Dortmund im Meisterrennen auf Kurs gehalten hatte, schlenderte Felix Nmecha ganz lässig aus dem Stadion. Ja, sagte der Nationalspieler zum Abschied gewohnt bescheiden, seine beiden Abschlüsse beim 2:1 (0:0) gegen die SV Elversberg habe er "gut getroffen". Dafür sei er Gott "sehr dankbar".
Das Schwärmen über seine irdischen Qualitäten überließ der Matchwinner lieber anderen. Nmecha sei ein "außergewöhnlich guter Spieler, der das Ding zweimal aus 20 Metern plus ins Tor nagelt mit 400 k/mh", sagte Elversbergs Trainer Vincent Wagner im ZDF.
Und selbst Niko Kovac, der für gewöhnlich darauf verzichtet, einzelne Spieler hervorzuheben, lobte Nmecha ausführlich. Mit dem Mittelfeldchef erreiche Dortmund "ganz andere Dimensionen", sagte der BVB-Coach: "Er macht seine Mitspieler so viel besser. Ich bin froh, dass wir ihn haben."
Nmecha "kommt erst ins Peak-Performance-Alter"
Schon jetzt prägt Nmecha das Spiel des BVB wie kein anderer. Er gibt nicht nur den Takt vor, sondern ist im zentralen Mittelfeld vor allem auch wegen seiner Torgefahr enorm wichtig. Mit vier Saisontoren ist er der erfolgreichste Schütze des BVB - vor Serhou Guirassy oder Fábio Silva und gleichauf mit Bayern Münchens Superstar Harry Kane.
Und: "Felix ist gerade 26 geworden", sagte Kovac: "Er kommt ins Peak-Performance-Alter und kann sich noch steigern."
Auch bei Jürgen Klopp in der Nationalmannschaft hat Nmecha seinen festen Platz. "Ich weiß, dass ich die Qualität habe", sagte der 26-Jährige, der vom Bundestrainer für die Nations-League-Spiele in Serbien und gegen die Niederlande nominiert wurde.
"Präsenz, Dynamik, Technik" - all das zeichne Nmecha aus, lobte Kovac. "Wir wissen alle, welche Qualitäten er hat", sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Daher sei die Erwartungshaltung "extrem hoch, dass er das permanent und in jedem Spiel abruft."

Dortmund bleibt an den Bayern dran
Beim zähen, aber verdienten Erfolg gegen Elversberg hatte es zunächst nicht danach ausgesehen. Nmecha wirkte im ersten Durchgang etwas gehemmt, sah früh Gelb - und riss das Spiel dann doch an sich. Mit zwei präzisen Distanzschüsse machte er den Unterschied.
Mit 21 Punkten aus den ersten neun Saisonspielen liegt der BVB gleichauf mit dem FC Bayern an der Spitze der Bundesliga. "Das", sagte Ricken, "kann uns keiner nehmen, darauf wollen wir aufbauen und weiter Gas geben."
Der BVB ist gewarnt. Nach der letzten Länderspielpause ließ Dortmund in der Bundesliga gegen Werder Bremen und bei Union Berlin Punkte liegen. Dies wollen die Dortmund bei der Fortsetzung am 21. November bei Borussia Mönchengladbach mit aller Macht verhindern.
Und das würde auch dem Elversberger Coach Wagner gefallen. "Bleibt so lange es geht oben dran, damit es spannend bleibt", sagte der bekennende BVB-Fan auf der Pressekonferenz mit Blick aufs Titelduell mit den Bayern: "Ich wünsche euch alles Gute."
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