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Verstappens Erlösung im Chaos von Malaysia – Antonelli sichert Führung ab

Aktualisiert
Sieg für Max Verstappen
Sieg für Max VerstappenREUTERS/Jakub Porzycki

Prasselnder Regen, streikende Autos - und am Ende die Erlösung für Max Verstappen: Die Formel 1 hat eine chaotische Rückkehr nach Malaysia erlebt.

Max Verstappen hatte die Kappe abgenommen und stand schon bereit, doch die Boxen blieben stumm, die niederländische Nationalhymne ließ auf sich warten - da stimmten die Fans in Malaysia eben diesen anderen großen Ohrwurm an: "Dup-dup-do-dup, Max Verstappen", sang die Menge. Der erste Sieg in diesem Jahr, der erste seit 301 Tagen, war eine Erlösung für den Red-Bull-Star, und die Formel 1 hat ihren einstigen Serienweltmeister offensichtlich nicht vergessen.

Größter Verlierer war George Russell

Das chaotische Rennen in Sepang produzierte auch einige andere Gewinner: Kimi Antonelli baute als Zweiter seine WM-Führung aus, Lewis Hamilton stellte als Dritter ein verloren geglaubtes Rennen auf den Kopf. Größter Verlierer war George Russell.

Der Engländer war ohnehin langsamer als sein junger Teamkollege, lag kurz vor Schluss auf Rang drei hinter Max Verstappen und dem Italiener – dann rollte er mit einem Antriebsproblem aus.

Der Vorsprung von WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli auf George Russell wuchs auf 84 Punkte, noch eine Woche zuvor hatte Russell durch einen souveränen Sieg in Baku neue Hoffnung geschöpft. Weiter geht es schon am kommenden Sonntag in Singapur.

Die beiden Mercedes-Boliden im Duell
Die beiden Mercedes-Boliden im DuellREUTERS/Hasnoor Hussain

Ein weiterer Hauptdarsteller dieses wilden Tages war Lewis Hamilton. Der Rekordweltmeister fuhr als Dritter noch aufs Podest, obwohl Ferrari in den Wirren vor dem Rennen eine völlig falsche Entscheidung bei der Reifenwahl traf. Hamilton lag mitunter mehr als eine Minute hinter der Spitze, kam aber zurück.

Nico Hülkenberg im Audi verpasste als Elfter knapp die Punkteränge.

Knapp kein Erfolg für Hülkenberg
Knapp kein Erfolg für HülkenbergREUTERS/Annice Lyn/Pool

Erstes Regenrennen in diesem Jahr

Der Grand Prix in Malaysia – Ersatz für das im Frühjahr wegen des Irankrieges abgesagte Rennen in Bahrain – brachte nicht nur wegen Verstappens Sieg ein Novum in diesem Formel-1-Jahr. Noch keine einzige Session, weder Training noch Rennen, hatte 2026 auf nasser, rutschiger Strecke stattgefunden. Ein solches Szenario wurde mit Interesse erwartet, weil die Leistung in den neuen Motoren mit dem hohen Elektroanteil noch schwieriger zu dosieren ist.

George Russell unterm Schirm
George Russell unterm SchirmREUTERS/Jakub Porzycki

Für Malaysia hatte die Regenwahrscheinlichkeit nun über das ganze Rennwochenende als hoch gegolten, es blieb aber stets trocken – erst 40 Minuten vor dem geplanten Start prasselte es dann plötzlich auf die Strecke, Blitz und Donner kamen dazu. Es folgten 100 Minuten Wartezeit, gefüllt mit einigen merkwürdigen Wendungen.

Der Regen ließ irgendwann nach, Streckenposten entfernten stehendes Wasser aus den Kurven. In den neuen Antrieben wurde die Batterieleistung gedrosselt, um Probleme mit durchdrehenden Reifen zu vermeiden, das wiederum führte allerdings zu neuen Schwierigkeiten.

Chaotische Bilder

Auf der Formationsrunde funktionierten die Power Units bei zahlreichen Piloten nicht richtig, Verstappen etwa schlich um die Strecke, andere Autos blieben gar stehen.

Das Startprozedere wurde abgebrochen, weitere Zeit verging, und bis zum nächsten Versuch trocknete die Strecke weiter ab. Das stellte die Teams vor die schwierige Entscheidung, ob Trockenreifen bereits die richtige Wahl waren – 8 der 22 Piloten, darunter Hamilton, beantworteten das mit ja und bezahlten dafür teuer.

Verstappen beim Boxenstopp
Verstappen beim BoxenstoppREUTERS

Sie alle fielen am Start schon weit zurück und waren in den folgenden Runden deutlich langsamer als die Konkurrenz auf den Intermediates. Auf solchen legten auch Verstappen und die beiden Mercedes-Piloten los, und die Silberpfeile schossen gleich an die Spitze, Antonelli führte vor Russell und Verstappen.

Erst langsam trocknete die Strecke in der Folge ab, nach neun Runden glichen sich die Zeiten der Autos auf Slicks denen der Autos auf Intermediates an - da hatte aber etwa Hamilton bereits rund 1:20 Minuten auf die Spitze verloren.

Bottas-Unfall als nächster Wendepunkt

Anschließend provozierte ein Unfall von Valtteri Bottas (Cadillac) ein Safety Car, das ganze Feld wechselte nun auf Slicks. Und beim Restart ließ Verstappen mit einem starken Manöver über mehrere Kurven Antonelli hinter sich, auch Russell ging wenig später am Italiener vorbei.

Anschließend war Verstappen der deutlich Schnellste, dahinter war auch Antonelli besser unterwegs als Russell und ging wieder vorbei. Das Trio zog sich auseinander und fuhr dem Feld davon, ähnlich schnell war nur Hamilton, der eine beachtliche Aufholjagd hinlegte.

Eine späte Safety-Car-Phase un der folgende Restart brachte noch einmal ein enges Finale, Russell war der große Verlierer, Hamilton der Gewinner dieser Phase.

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