Zanardi hatte in der Folge eines Rennunfalls auf dem Lausitzring vor 25 Jahren beide Beine verloren. Mit dem Handbike begann er eine zweite Sportkarriere und holte vier Goldmedaillen bei Paralympischen Spielen. Auch auf die Rennstrecke kehrte er in der Tourenwagen-Meisterschaft WTTC zurück.
In der Formel 1 war Zanardi von 1991 bis 1999 gefahren, zunächst für Jordan, dann für Minardi, Lotus und Williams als Teamkollege von Ralf Schumacher. In der Champ-Car-Serie ereignete sich am 15. September in der Lausitz der folgenschwere Unfall.
Auf seinen Tod reagierte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni mit tiefer Trauer. "Italien verliert einen großen Champion und einen außergewöhnlichen Mann, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion über Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte", schrieb Meloni bei X.
Zweimal dem Tod entronnen
Die Bilder waren schrecklich, und sie sind es noch heute: Bei einem Rennen der Champ-Car-Serie gerät Zanardi, wenige Jahre zuvor noch Teamkollege von Ralf Schumacher bei Williams, nach einem Boxenstopp ins Schleudern.
Er dreht sich unkontrolliert auf die Strecke, Alex Tagliani kann nicht mehr ausweichen, sein Wagen bohrt sich mit Tempo 320 in den von Zanardi und reißt den Boliden in Stücke. Dabei werden Zanardis Beine abgetrennt, eins oberhalb des Knies, eins unterhalb.
Knapp 90.000 Fans an der Strecke halten den Atem an, die ARD bricht die Übertragung ab, Rennarzt Terry Trammell drückt mit Daumen und Zeigefingern verzweifelt Arterien zu. Zanardi verliert literweise Blut, sein Herz bleibt siebenmal stehen.
Doch Zanardi stirbt nicht. Er kämpft sich zurück ins Leben. Über Wochen, Monate, Jahre. Seine Geschichte und sein Wille bewegen die Welt. "Seine Kraft, seine Selbstironie und seine menschliche Tiefe haben einen Sportler zu einer Ikone gemacht", schrieb einmal der Corriere dello Sport über den Kämpfer, den das Schicksal am 19. Juni 2020 erneut einholte.
Zanardi, der seit 2005 wieder Autorennen fuhr, 2014 am Ironman auf Hawaii teilnahm und mit dem Handbike zu einem Paralympics-Champion aufstieg, kollidierte beim Training für die Paralympics in Tokio mit einem Lastwagen.
Erneut wandelte er zwischen Leben und Tod, selbst Papst Franziskus nahm Anteil am Drama um Zanardi, betete für ihn und schickte ihm einen handgeschriebenen Brief. Mit schwersten Verletzungen schwebte Zanardi lange in Lebensgefahr, erst anderthalb Jahre später verließ er die Klinik.
